Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

Strukturwandels  allein  die  Investitionsgüterindustrie  einen  deutlich  zunehmenden
Stellenwert32.
Die  Verschiebungen  zwischen  den  einzelnen  Industriegruppen,  aber  auch
konjunkturelle  Einflüsse  werden  durch  die  Jahresdaten  zur  Beschäftigung  noch
besser  deutlich  (vgl.  Abb.  4).  Insgesamt  zeugen  die  Daten  von  starken  Strukturveränderungen.
  So  macht  die  Grafik  deutlich,  dass  die  Beschäftigtenzahl  des
Bergbaus  bereits  seit  Anfang  der  sechziger  Jahre  rapide  zurückging  und  sich  nur
dank  des  Ölpreisschocks  stabilisieren  konnte.
Abb.  4:  Beschäftigte  im  Saarland  nach  Industriegruppen  (1965-1984)

Quelle:  Saarland  in  Zahlen,  verschiedene  Jahrgänge.
Die  Beschäftigtenzahl  in  den  Grundstoff-  und  Produktionsgüterindustrien  erlebte
  in  Folge  der  Rezession  von  1966/7  einen  ersten  Einbruch  und  ging  dann  nach
der  1975  beginnenden  Stahlkrise  rasant  zurück.  Weder  die  Herstellung  von  industriellen
  Konsumgütern  noch  die  Nahrungs-  und  Genussmittelindustrie  konnten
diese  Verluste  kompensieren,  da  auch  hier  die  Beschäftigtenzahlen  langfristig  sanken
  oder  bestenfalls  stagnierten.  Allein  die  Investitionsgüterindustrie  verzeichnete
-  allerdings  bei  den  hier  typischen  konjunkturellen  Schwankungen  -  eine  Zunahme
ihrer  Beschäftigtenzahl.  Um  das  Ausmaß  der  regionalwirtschaftlichen  Krisenkonstellation
  und  den  Fortgang  des  Strukturwandels  genauer  zu  kennzeichnen,  ist
eine  detailliertere  Betrachtung  der  Entwicklung  des  Steinkohlebergbaus  und  der
Stahlindustrie  einerseits  sowie  der  expandierenden  Zweige  innerhalb  der  Investitionsgüterindustrien
  andererseits  vorzunehmen.

Vgl.  hierzu  auch  Industrie-  und  Handelskammer  des  Saarlandes  (Hg.),  Die  Saarwirtschaft
im  Rückblick  und  Vorschau,  Teil  I,  Dillingen  1980;  Bettinger,  Struktur  (wie  Anm.  24),
S.  35.
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