Abb. 2: Anteil der Sektoren an der Wertschöpfung in Bundesrepublik und Saarland
(1960-1990)
Quelle: Gesa Miehe-Nordmeyer, Ökonomische Anpassung an Schocks. Das Beispiel der
Regionen Saarland, Lothringen und Luxemburg, Frankfurt/Main u.a. 2001, S. 32.
Auch bei den untemehmensnahen Dienstleistungen hinkte die saarländische
Entwicklung hinterher. Dies hing mit den Verlusten im Waren produzierenden
Gewerbe zusammen, denn gerade auf regionaler Ebene sind Veränderungen des
Verhältnisses zwischen sekundärem und tertiärem Sektor eher keine Substitutionsprozesse,
sondern durch Parallelität gekennzeichnet27. Das Strukturproblem des
Saarlandes bestand also nicht allein in der seit Beginn der 1970er Jahre relativ
langsameren Entwicklung des tertiären Sektors. Schließlich lässt sich „die gesamtwirtschaftliche
Bedeutung der Industrie nicht nur an ihrem abnehmenden institutioneilen
Wertschöpfungs- und Erwerbstätigenanteil messen, sondern auch an ihrer
Bedeutung als Produzent von internen Dienstleistungen und als Nachfrager nach
externen Dienstleistungen“28.
2.2.2 Der intraindustrielle Strukturwandel
Unter dem intraindustriellen Strukturwandel versteht man Gewichtsverschiebungen
innerhalb des sekundären Sektors. So entstanden im Untersuchungszeitraum neue
Industriezweige, wie etwa die Mikroelektronik. Gleichzeitig konnten gerade in
Deutschland viele in der zweiten Industrialisierungsphase (1873-1914) entstandene
Industriezweige, wie die Chemische und die Elektroindustrie, aber auch der Maschinen-
und Fahrzeugbau, ihre Stellung als Leitsektoren behaupten. Andere Branchen,
die seit der Take-off-Phase der deutschen Industrialisierung (ca. 1850-1873)
11 Vgl. ebd. S. 202.
2X Ambrosius, Sektoraler Wandel (wie Anm. 25), S. 21.
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