hindeuten, wie sie auch im Allmend im Norden für die Hallstattzeit nachgewiesen
wurde. Aufgrund der Ausdehnung dieser Tonschichten ist es wahrscheinlich, dass
zur Bronzezeit im Süden der Bliesaue bei Bliesbruck eine - vermutlich episodische
- Stillwasserzone ausgebildet war, welche eine flache Senke zwischen den kaltzeitlichen
Schotterterrassen ausfiillte. Eine Rekonstruktion der bronzezeitlichen
Landschaft aus diesen Geländebefunden ergibt für die Siedlungszone im Reinheimer
Allmend eine Lage auf der vor Überflutungen weitgehend geschützten Terrasse,
während sich nördlich und südlich dieser höhergelegenen Zone eine Flachund
Ruhigwasserzone ausdehnte. Hierbei könnte es sich um sumpfige Senken oder
im Süden um ein seenartiges Areal gehandelt haben.
Eine Zunahme des Ackerbaus im Laufe der Bronzezeit ist allgemein durch ein
vermehrtes Auftreten von Gräserpollen in den Pollendiagrammen nachzuweisen.
Die stetig wachsende Bevölkerung führte zu einer Verknappung des Lebensraumes
und zu veränderten Bewirtschaftungsmethoden (REINHARD 2004). Im Zuge der
intensiven anthropogenen Nutzung des Tales lässt sich am Ende der Bronzezeit ein
Wiedereinsetzen der Erosions- und Sedimentationsprozesse beobachten, ausgelöst
durch die Abholzung der natürlichen Wälder an den Talhängen. Diese Erosionsprozesse
setzen langsam ein und steigern sich deutlich mit Intensivierung der
Landnutzung. Eine verstärkte Erosion an den Talhängen setzt eine Sedimentationswelle
in Gang, die durch Reaktivierung der Schwemmfächer und flächendeckende
Veränderungen der Bodenprofile gekennzeichnet ist.
Hallstattzeit
Gegen Ende der Urnenfelderzeit äußert sich im Untersuchungsraum der Klimawandel
im Subboreal durch eine Veränderung der Vegetation. Die Eichen-Mischwälder
gehen in Buchen-Eichen-Mischwälder über, in denen Rotbuche (Fagus
sylvatica) und Hainbuche (Carpinus betulus) dominieren. Ursachen sind sinkende
Temperaturen und eine Zunahme der Niederschläge. Zunehmender Kahlschlag
und ein regenreicheres Klima sind auch die Ursachen für intensive Erosions-
und Sedimentationsprozesse im Untersuchungsgebiet. Die Klimaveränderungen
zusammen mit der immer intensiveren Landnutzung führen zu Veränderungen
im Abflussverhalten der Blies. Eine zumindest zeitweise erhöhte Wasserführung
mit einer durch die Erosionsvorgänge erhöhten Sedimentfracht prägen nun die
Auebereiche. Die tiefer gelegenen Uferzonen und Senken an der Blies sind besonders
betroffen.
Als die Hänge im Umfeld der bronzezeitlichen Siedlungszonen auf Grund des
gestiegenen Holzbedarfs intensiv gerodet wurden, setzte eine verstärkte Bodenerosion
ein. Dabei wurden beträchtliche Mengen an Bodenmaterial verlagert. Zeugen
dafür sind mächtige prärömerzeitliche Kolluvien, wie sie außerhalb des Arbeitsgebietes
bei Saraltroff nachgewiesen wurden. Am Ende der Bronzezeit lässt sich eine
Phase intensiver Hochwasser-/Erosionsereignisse auch im Bereich der Siedlungsfläche
westlich der Villa Reinheim mit Hilfe gekappter Reste bronzezeitlicher
Pfostenlöcher nachweisen. Darüber liegende römerzeitliche Pfostenlöcher belegen
eine auf die Erosion folgende Sedimentationsphase. Ein Grab aus der Umenfelderzeit
liegt 15-20 Zentimeter unter dem Unterbau des Römerweges westlich der Villa.
Dies belegt, dass nach der Urnenfelderzeit 15 bis 20 Zentimeter Sediment abgelagert
wurden, bevor der römerzeitliche Weg anlegt wurde, denn das Grab wurde
durch die Anlage des Weges nicht zerstört (BRÜCK und KUBINIOK 2001).
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