Schwemmfächer übergingen. Im Schichtverlauf nachweisbare verfüllte Rinnen belegen
eine mehrfache Verlagerung der Achse des Schwemmfächers.
Auch südlich Bliesbruck sind Rutschungen nachgewiesen. Diese datieren vor
die Bronzezeit, denn es findet sich bronzezeitliche Keramik auf diesen Schichten.
Bronzezeit
Für das Subboreal kann man gesichert davon ausgehen, dass in der gesamten Untersuchungsregion
eine intensive Bodenbildung stattgefunden hatte. In mehreren
Pollenprofilen (STRAKA 1975, FlRBAS 1952) wurde für die Umenfelderzeit eine
trockene und warme Phase nachgewiesen, in der die Seespiegel allgemein sinken.
Überall werden Seeufer und Flussauen besiedelt.
Im Norden des Reinheimer Allmends kann eine bronzezeitliche Siedlung durch
Gruben mit Artefakten und Pfostenlöcher von Holzgebäuden nachgewiesen werden.
Keramikfunde und Pfostenlöcher lassen auf eine ortsfeste Siedlung schließen
(Kraus 2004, Buwen 2005). Die Siedlung ist auf der jüngsten Terrasse der Blies
östlich des Uferbereichs gelegen. Vermutlich hat sich zu dieser Zeit wie in vielen
anderen Gebieten eine Mäanderbildung des Flusses gegenüber dem verwilderten
Flussbett dauerhaft durchgesetzt und die Siedlung lag am Rande einer großen
Flussschlinge an einer natürlichen Furt. Alle vorrömerzeitlichen Schichten fallen
zur Blies hin mit geringer Neigung nach Westen und Norden ein. Die daraus rekonstruierte
Landoberfläche dokumentiert, dass von der Siedlung aus ein leichter
Zugang zum Fluss vorhanden war. Für weitere Bliesarme gibt es in diesem Bereich
keine Belege in den Profilen.
Alte Böden sind im Auebereich im Umfeld der Siedlungen anhand fossiler A-Horizonte
nicht nachweisbar. Die seit 2000 Jahren andauernde Überformung durch
anthropogene Nutzung (vor allem Ackerbau) und fluviatile Prozesse verwischen
hier Horizontmerkmale. Es fallen lediglich erhöhte Phosphatwerte der in die Bronzezeit
datierten Schichten auf. So liegen die P205-Werte im Mittel bei 7,4mg/100g
Boden und damit signifikant über dem der kaltzeitlichen Sedimente (< 1,5 Milligramm
P205/100g Boden).
Während im Bereich der Schotterbank im Allmend seit dem Mesolithikum relative
Formungsruhe herrschte, was durch die Vergesellschaftung mesolithischer und
römerzeitlicher Funde belegt ist, sind dagegen im nördlich angrenzenden Bereich
Erosions- und Akkumulationsphasen nachweisbar. Sandschichten im Wechsel mit
Schotterbändem dokumentieren variierende Transportbedingungen und damit unterschiedliche
Abflussvolumina des Flusses. Anhand gekappter Schotterbänder in
den Bodenprofilen kann man eine kurzzeitige Verlagerung des Blieslaufs nach Osten
belegen, die vor der Umenfelderkultur zu einer Erosion des ehemaligen Bliesufers
führte. Auslöser dieser Flussverlagerung könnte eine von Nordosten einmündende
Erosionskerbe sein, durch welche ein zum Teil rutschungs- und murenartiger
Massentransport zur Blies hin stattgefunden hat. Dies könnte eine Verdrängung
des Flusses verursacht haben. Da Gräber aus der Umenfelderzeit auf der
Schotterschicht liegen, hatte sich der Uferbereich zu dieser Zeit bereits nach Westen
verlagert.
Im Süden des Untersuchungsgebietes konnten diese Schotterschichten nicht
nachgewiesen werden. Hier liegen poströmerzeitliche Sande und Lehme auf Tonschichten,
welche durch Funde in die Römerzeit datiert wurden. Im Liegenden finden
sich weitere Tonschichten, die auf eine vorrömerzeitliche Ruhigwasserzone
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