Vor 60 Jahren: Erinnerung an die Evakuierung der Roten Zone zu Beginn des
Zweiten Weltkrieges 1939/40 - Ausstellung im Landesarchiv Saarbrücken
1999.
Wie ich den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und die erste Evakuierung erlebte,
2. Auflage Merzig 1995 [Erinnerungen von Senioren].
Was ich bei der zweiten Evakuierung und bei Kriegsende erlebte, 2. Auflage Merzig
1995 [Erinnerungen von Senioren].
Karl GRAF, Zwischen Westwall und Maginotlinie: kriegszerstörte westmärkische
Grenzdörfer, Kaiserslautern 1941.
DERS., Land am Westwall: kriegszerstörte westmärkische Grenzdörfer, Kaiserslautern
1941.
Uwe MAI, Ländlicher Wiederaufbau in der „Westmark“ im Zweiten Weltkrieg,
Kaiserslautern 1993 (Beiträge zur Pfälzischen Geschichte Bd. 6 ) [betr. auch Orte
im Saarland]
Phase 2
Der Vormarsch der US-Truppen durch Nordfrankreich, Belgien und Luxemburg
bedingte, dass im Herbst 1944 zunächst das Gebiet zwischen Saar und Mosel in
den Bereich militärischer Aktionen geriet. Die Bevölkerung einiger Dörfer nahe
der Grenze zum heute französischen Moseldepartement wurde in den Nahe-Hunsrück-Raum
zurückgeführt. Die heute sogenannte „Dreiländerecke“ gehörte
nach damaliger Verwaltungseinteilung nicht zum Saarland, sondern zum Regierungsbezirk
Trier, parteiamtlich nicht zum Gau Westmark, sondern zum Gau Moselland.
Die links der Saar gelegenen Teile des Saarlandes wurden in der zweiten Novemberhälfte
Kampfgebiet. Eine Evakuierung der Bevölkerung wurde eingeleitet,
aber nicht streng durchgeführt, so dass Teile der Ortsbevölkerung - auch von Saarlouis
- sich „überrollen“ ließen, das heißt mehr oder weniger versteckt den Einmarsch
der US-Truppen abwarteten.
Im November wurde mit der Evakuierung der Zivilbevölkerung aus den Städten
und Dörfern auf dem rechten Saarufer begonnen, aber nicht mit dem hohen Wirkungsgrad
wie in den ersten Septembertagen 1939. Dementsprechend variiert die
Antwort auf die diesbezügliche Frage „freiwillig“ oder „zwangsweise“. Die Antworten
aus den Dörfern im südlichen Bliesgau lauten ähnlich und zeigen, dass
auch hier ein Verbleiben am Ort durchaus möglich war.
In der Literatur wird diese Phase weniger ausführlich als Phase 1 behandelt.
Ottilie SCHMIDT, Rückkehr aus der Zweiten Evakuierung 1945, in: Unsere Heimat
15 (1990), S. 96-98.
Phase 3
Die US-Army war bestrebt, die bei der Besetzung von Dörfern auf dem linken
Saarufer noch angetroffenen Bewohner nicht in ihren Dörfern zu belassen, sondern
an einigen wenigen Auffangorten zu konzentrieren, als solche werden in den Antworten
auf die Rundfrage Niedaltdorf als Aufnahmestelle von etwa 2.500 Menschen
aus Dörfern des Saargaus genannt, Großrosseln und Lauterbach für Bewohner
der Wamdtdörfer. Bewacht wurden sie teilweise von französischen Hilfskräften.
Einzelnen gelang es, dieser Konzentrierung zu entgehen und wochenlang im
Heimatdorf versteckt zu leben. Die Rückkehr in die heimischen Dörfer wurde generell
erst Ende März 1945 erlaubt, zog sich aber je nach den örtlichen Verhältnis¬414