Full text: Historische Blicke auf das Land an der Saar

des Oberlandesgerichtspräsidenten und des Generalstaatsanwaltes in Zweibrücken, 
sie enthalten unter anderem Hinweise auf Unzufriedenheiten mit dem staatlich ge¬ 
lenkten Wiederaufbau nach der ersten Evakuierung (1939/40), Schwierigkeiten bei 
der Räumung der im ersten Kriegsjahr in Grenznähe gelegten Minenfeldern, Plün¬ 
derungen in den von der Zivilbevölkerung geräumten Dörfern, in den folgenden 
Jahren dann Angaben zu alliierten Luftangriffen, Umgang mit Kriegsgefangenen, 
Einsatz von ausländischen Zivilarbeitern* 6. 
An eine zusammenfassende Veröffentlichung der Antworten auf die Rundfrage 
der Kommission war nicht gedacht. Die Antworten sollten Material zu örtlichen 
Verhältnissen und Ereignissen während des Zweiten Weltkrieges, Erleben und Er¬ 
leiden des Krieges durch die Ortsbevölkerung sein, weil einschlägige Akten ein 
Jahrzehnt nach Kriegsende nicht mehr oder noch nicht zugänglich waren. So wurde 
versucht, mit dem Ergebnis der Rundfrage Aktenverluste wenigstens teilweise aus¬ 
zugleichen. Es stand von vornherein fest, dass der Quellenwert der beantworteten 
Fragebogen unter dem Aussagewert zeitgenössischer Akten liegen würde, aber die¬ 
se waren, wie gesagt, lückenhaft oder gar nicht überliefert7. 
Die Beantwortungen der „Rundfrage“ werden im Landesarchiv Saarbrücken im 
Bestand „Depositum Kommission für Saarländische Landesgeschichte“ unter den 
Nrr. 4-53 aufbewahrt und sind gemäß der Benutzerordnung einsehbar. In manchen 
Fällen ergeben sich Ergänzungen aus erhalten gebliebenem Schriftgut der Wehr¬ 
macht, das im Bundesarchiv Abteilung Militärarchiv in Freiburg/Breisgau ver¬ 
wahrt wird. 
Zur schnellen Übersicht, für welche Orte Antworten auf die „Rundfrage“ vor¬ 
liegen, erscheint mir die alphabetische Auflistung nach den im Versandjahr 1955 
bestehenden selbständigen Gemeinden am besten geeignet. Abgelegt sind die Ant¬ 
worten auf die Rundfrage aber nicht nach der damaligen kommunalen Gliederung 
des Saarlandes, sondern unter dem Namen der jeweiligen aus der Gebietsreform 
des Jahres 1973 hervorgegangenen Großgemeinde, zum Beispiel Ensheim unter 
Saarbrücken oder Besseringen unter Merzig. 
Zweibrücken, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 5 (1979), S. 303-356 und 
6(1980), S. 343-398. 
6 Hier werden auch 750 Spanier genannt, die im Saarbergbau im Dezember 1941 einge¬ 
setzt wurden und deren Behandlung Anlass zu kritischen Rückfragen der spanischen Re¬ 
gierung gab (Oldenhage, wie Anm 5, 6 (1980), S. 358f.)- ein Faktum, das meines Wis¬ 
sens in der regionalen Literatur über „Fremdarbeiter“ in der NS-Zeit noch nicht erwähnt 
wurde. 
Mit der archivalischen Überlieferung des Westwallbaus befassten sich die rheinland- 
pfälzischen und saarländischen Archivarinnen und Archivare auf ihrer 10. Fachtagung 
am 28. Oktober 1978, vgl. das Ergebnisprotokoll in der Kleinen Reihe. 
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