seien oder Wehrdienst geleistet hätten und daher keine Angaben über Verhältnisse
und Vorgänge in ihrem jetzigen Dienstort machen könnten.
Bis zur Jahresversammlung der Kommission am 15. November 1955 waren erst
30 % beantworteter Fragebogen2 3 eingegangen. Ein Jahr später hatte der Beantwortungsgrad
immerhin 82 % erreicht1. Im folgenden Jahr gingen Antworten von
Nachzüglern ein, sodass schließlich von 93 % der saarländischen Gemeinden ein
ausgefüllter Fragebogen an die Geschäftsstelle der Kommission zurückgelaufen
war. Aus diesen Zahlen ergibt sich, dass beim Rücklauf keine Vollständigkeit erreicht
wurde. Die Gründe dafür sind heute nicht mehr feststellbar.
Die Beantwortung erfolgte in unterschiedlichem Umfang und Ausführlichkeit.
Sie reicht von kurzen stichwortartigen handschriftlichen Eintragungen in den Fragebogen
bis zu mehrseitigen maschinenschriftlichen Antworten, basierend auf persönlichen
Erlebnissen, Erinnerungen und Befragung von Zeitzeugen. Ausführlichere
Beantwortungen (mehr als 5 Seiten) sind in der nachstehenden Liste mit * gekennzeichnet.
Inwieweit Akten aus der Kriegszeit bei der Beantwortung verwendet
wurden, ist nicht ersichtlich. Vermutlich dürfte dies nur selten erfolgt sein, weil
bekanntlich bei Kriegsende in nicht geringem Maß Akten auf Anweisung von oben
oder aus freiem Entschluss der damaligen Amtsinhaber vernichtet worden waren.
Bei den Beantwortungen lässt sich durchweg ein Streben nach Genauigkeit erkennen.
In manchen Orten erfolgte die Beantwortung nach vorheriger Befragung kundiger
Einzelpersonen oder Personengruppen, hin und wieder in Gemeinschaftsarbeit
der kommunalen Verwaltung mit Personen aus dem Lehrkörper der örtlichen
Schule. Die Schulsysteme der 1950er Jahre waren nicht dieselben wie während des
Krieges; denn im Saarland war 1937 die „Gemeinschaftsschule“ eingeführt worden,
bei der Neuorganisation nach dem Krieg aber wieder die Konfessionsschule.
Daraus resultiert, dass für manche Orte Antworten von zwei, seltener sogar von
drei Schulen vorliegen (in der Liste durch SS gekennzeichnet). Bei der Beantwortung
wurde manchmal daraufhingewiesen, dass kein Mitglied des Lehrkörpers der
späten 1950er Jahre schon während des Krieges an dieser Schule tätig gewesen sei4
und/oder mit Wehrdienst oder Versetzung oder Neueinstellung mangelnde Kenntnis
des örtlichen Geschehens begründet. Gelegentlich wurden Ruhestandsbeamte
oder sachkundige Privatleute (in der Liste mit P gekennzeichnet) mit der Beantwortung
beauftragt. Hin und wieder erscheinen auch am Ort tätige Geistliche als
Auskunftspersonen oder Gewährsmänner,
In einigen Fällen wurden Kartenskizzen über Lage von Bunkern und Unterständen
beigefügt, teils Handzeichnungen, teils Eintragungen in für andere Zwecke angefertigte
Karten.
Nicht abgefragt wurde die Stimmung der Bevölkerung zum Ablauf der bekanntermaßen
sehr unterschiedlich verlaufenen militärischen Operationen, der immer
deutlicher werdenden Luftüberlegenheit der Alliierten, der immer spürbarer werdenden
kriegswirtschaftlich bedingten Einschränkungen im Alltagsleben. Einige
Angaben dazu finden sich in den von Klaus Oldenhage veröffentlichten Berichtern
2 Niederschrift der Jahresversammlung der Kommission 1955, S. 1 lf.
3 Ebd. 1956, S. 10.
4 Zum Beispiel bei Güdingen.
Klaus Oldenhage, Die Pfalz und das Saarland während des Krieges (1940-1945). Aus
den Lageberichten des Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwaltes in
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