Sonntag 19. Oktober
07.00 Uhr
10.00 Uhr
13.30 Uhr
14.00 Uhr
15.00 Uhr
17.00 Uhr
19.00 Uhr
19.30 Uhr
Großes Wecken durch Musikkorps in verschiedenen Stadtteilen
Festgottesdienst in allen Kirchen
Aufstellung des Festzuges auf dem Neumarkt
Marsch durch die Stadt zum Landwehrplatz
Patriotische Feier auf dem Landwehrplatz
Schülerchor (2000 Kinder) „O Deutschland hoch in Ehren“
Männerchor „Der Gott, der Eisen wachsen ließ“
Festrede gehalten von Prof. Dr. Königsbeck
Sämtliche Musikkapellen „Heil Dir im Siegerkranz“
Männerchor „Steh fest, du deutscher Eichenwald“
Schlussgesang „Deutschland, Deutschland über alles“ mit Musikbegleitung,
Glockengeläute
Nationale Ballonwettfahrt im Volksgarten mit 15-20 Freiballons
W interbergbeleuchtung
Brillant-Feuerwerk an der Saar mit 64 verschiedenen Raketen,
unter anderem Schluss-Apotheose „Gute Nacht“
ab 19 Uhr Bootskorso auf der Saar
18-20 Uhr Promenadenkonzert am Staden
20-21 Uhr Illumination der Hauptstraßen
Schon einen Tag nach der Feier berichtete die Saarbrücker Zeitung in euphorischer
Rückblende über das Fest. Die erste Seite gehörte dabei ganz der zentralen
Feier in Leipzig, aber direkt danach erfolgte auf drei dicht bedruckten Spalten die
Würdigung von Saarbrückens Völkerfeier30. Offensichtlich gab es schon am ersten
Tag eine große Begeisterung: viele Geschäfte hatten für eine besondere Dekoration
der Schaufenster gesorgt, es gab ein Meer von Fahnen in deutschen, preußischen
und Saarbrücker Farben. Die weiteren Veranstaltungen am Abend steigerten dieses
patriotische Hochgefühl, und Tausende von Menschen säumten die Straßen, als die
Fackelzüge zu den Freudenfeuem auf den umliegenden Höhen marschierten. So
folgerte die größte Lokalzeitung, die ja einen erheblichen Anteil an dieser Mobilisierung
hatte und sich damit auch selbst feierte: Der Glanz, der bei dieser Gedenkfeier
dank der opferwilligen Begeisterung unserer Mitbürger zur Entfaltung
kam, sei unserem König und Kaiser ein Zeichen, dass Saarbrücken sich wohl fühlt
unter Preußens und des Reiches Aar, dessen Wacht ihm Größe und Gedeihen,
Wohlfahrt und Wohlstand, Sicherheit und Ruhe gebracht hat.
Zu den Feiern am Sonntag kamen noch mehr Besucher aus der Umgebung und
der Zuzug von auswärts steigerte sich ins Ungeheure mit der Ankunft der Nachmittagszüge.
Schwarz von Menschen waren die Straßen. Der Festzug mit 80 Abteilungen
zog dann am Nachmittag zur zentralen Kundgebung zum festlich geschmückten
Landwehrplatz. Hier hielt Gymnasialprofessor Dr. Königsbeck, Lehrer
am Ludwigsgymnasium, die Festrede, die auch im Wortlaut in der Zeitung nachgedruckt
wurde. Er wandte sich mit nationalem Pathos besonders an die jüngeren
Zuhörer: Wollen wir der Ahnen und ihrer Opfer ganz wert sein, dann gilt es am
heutigen Tage besonders auch für Euch liebe Kinder, denen ja diese Feier nicht
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Saarbrücker Zeitung vom 20. Oktober 1913.
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