Aufgaben im Mittel über 30.788 DM verfügen. Die erste Rezession der Nachkriegszeit
hatte auch Folgen für den Kommissionshaushalt. In den Jahren 1967 bis
1969 musste sie mit Haushaltsmitteln in Höhe von nur noch 24.634,24 DM im Mittel
auskommen. Im Jahr 1967 wurde der mit 32.000 DM bewilligte Regierungszuschuss
per Kabinettsbeschluss auf 20.000 DM zurückgeführt, so dass sich die
damalige Vorsitzende Edith Ennen zu Bittbriefen genötigt sah, um die laufenden
Verpflichtungen erfüllen zu können 4. Derartige Kürzungen aufgrund von Mittelsperren,
die das Ministerium der Finanzen verhängte, sollten die Realisierung von
Arbeitsvorhaben - ausgenommen in den Jahren 1975 bis 2000 - noch öfter erschweren.
Die Einnahmen betrugen im Mittel 57.299 DM. Eine erneute Kürzung
der Haushaltsmittel erfolgte 2001, auch hier wieder korrespondierend mit einem
Konjunktureinbruch. Danach konnte die Kommission ihre Veröffentlichungstätigkeit
nur noch mit projektbezogenen Zuwendungen der Landesregierung aufrechterhalten.
Im Zuge der aktuellen Sparmaßnahmen des Landes (sogenannte Schuldenbremse)
fließen aber auch diese Mittel nicht mehr, so dass für die Realisierung
künftiger Projekte und Veröffentlichungen verstärkt Sponsoren angesprochen werden
müssen.
Bilanz der Nachhaltigkeit
Nach 60 Jahren darf und muss gefragt werden, was die Kommission für Saarländische
Landesgeschichte und Volksforschung für das Saarland geleistet hat und welche
Bedeutung sie künftig für das Land haben kann angesichts der anfangs skizzierten
Vielzahl sich landesgeschichtlicher Forschung widmender Institutionen und
Vereine, deren Ziele, wie sie in Satzungen und Informationsblättern formuliert
werden, nahezu identisch sind.
Zweifelsohne hat die Kommission mit ihrer Sammel- und Publikationstätigkeit
die Grundlagen für die historische Erforschung der Geschichte des Saarlandes geschaffen.
ln den Anfangsjahren gab sie durch das Erstellen von Inventaren nichtstaatlicher
Archive, die Erarbeitung und Bereitstellung von Findmitteln saarländischer Betreffe
in auswärtigen und ausländischen Archiven und die Begründung und Herausgabe
der Saarländische[n] Bibliographie der Beschäftigung mit der Geschichte
der Region wichtige Impulse. Auch wenn, wie beschrieben, einige der begonnenen
Großprojekte naturgemäß noch nicht beendet werden konnten (Flurnamensammlung,
Sammlung mittelalterlicher Inschriften), so stellen sie doch das Fundament
dar, auf dem andere aufbauen und das sie mit mehr Personal und auf breiterer materieller
Basis fortführen konnten.
Maßstäbe setzt seit jeher die Schriftenreihe der Kommission, deren breites thematisches,
zeitliches und räumliches Spektrum geschildert wurde. Nur von Fachhistorikem
geprüfte und befürwortete Manuskripte werden publiziert, so dass der
wissenschaftliche Ertrag der bislang 43 Bände außerordentlich hoch ist. Gerade die
Schriftenreihe veranlasste Jäschke in seinem kritischen Rückblick auf 50 Jahre
4 In ihrem Schreiben an das Bundeministerium für wissenschaftliche Forschung vom 31.
Mai 1967 erkundigte sie sich nach Möglichkeiten, Mittel von einer Bundesstelle zu bekommen
und erwähnte verschiedene Bittbriefe an praesumtive (!) Mäzene.
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