in den Gemeinderechnungen erschienen' . Einzelnen Gemeindemitgliedern wurde,
um Billette und Fourage auszuteilen, weitere 21 Livres bezahlt'6. Patrouillen des
Koalitionsheeres waren trotz der französischen Militärpräsenz und -dominanz noch
immer in Saarwellingen präsent und zeigen, dass aus der Sicht der Bevölkerung
womöglich auch jetzt noch keine Klarheit über den Ausgang des Krieges herrschte.
Sowohl eine Patrouille von den grünen Dragonern als auch Schambener (?) Husaren
und von grüne(n) Chasseurs waren mit Wein und Branntwein zu verköstigen 7.
Ganz ohne neue Schulden ging es auch 1795 nicht, da abschließend bei der Rechnungslegung
dem Hameier Michael Müller 127 Livres an gesteigertem Holz gegen
219 Livres an Gemeindeschulden verrechnet wurden. Dass in diesem Jahr Kredite
zurückgezahlt wurden, weist die Rechnung nicht aus.
Im ersten Halbjahr 1796 liefen erstmals wieder mehr Einnahmen in die Gemeindekasse.
Man nahm von der Judenschaft auf Abschlag einen Anteil Kriegskosten,
insgesamt 275 Livres'8. Dazu gingen von den Franzosen Zahlungen von
Kriegskosten als Einnahmen in die Rechnung ein, aus Auflagen vom 3. Februar
und vom 27. Mai insgesamt 700 Livres, so dass die Aufstellungen des Vorjahres
einen finanziellen Niederschlag hatten. Nennenswerte Beträge kamen außerdem
aus der herrschaftlichen Land-Versteigerung auf Wingen-Flur und der Alten-Schloß-FluF\
Neue Schulden wurden beim Herrn Pastor, Franz Geradin, aufgenommen36
40 41, so dass sich die Einnahmen auf insgesamt 3312 Livres beliefen.
Wie stark immer noch unmittelbare Militärlasten die Gemeinde bedrückten,
zeigte sich in der Präsenz von Exekutionskommandos, die Lebensmittel für die
Truppen forderten, etwa als den vier Husaren, welche hier wegen gefordertem
Korn auf Exekution, bis nach Merzig ihre Tageskosten bezahlt wurden, einem jeden
in zwei Tagen 30 Livres, beläuft sich auf 120 Livres. Hinzu kamen Exekutions-Kosten
und Zehrung von insgesamt 149 Livres, wobei ein Schoppen Branntwein
mit 1 Livre beziffert wurde. Weitere Husaren, die zehn Säcke Hafer forderten,
wurden mit 9 Livres abgewiesen, ein andermal, im März 1796 schlug eine Husaren-Exekution
mit 49 Livres zu Buche, und es gab weitere derartige Aktionen sowie
etliche Botengänge zu den französischen Militärverwaltungen . Die ständigen
Armeefuhren und Fourageleistungen schlugen sich als Schreibgebühren in den
Gemeinderechnungen für Visiten, Quittungen, Lieferscheine etc. nieder42, so dass
der Eindruck entsteht, dass die Belastungen keineswegs abnahmen. Im Gegenteil,
mit einer funktionierenden französischen Verwaltungsstruktur war eine planvolle
Ausnutzung der lokalen Ressourcen für die Kriegsführung wesentlich effektiver als
MAyer, Gemeinderechnungen (wie Anm. 2), A 3, S. 17, Nr. 20.
36 Ebd. A2, S. 11, Nr. 24; S. 12, Nr. 25.
Ebd. A 2, S. 12, Nr. 35, 38; S. 13, Nr. 42. ln Oberlinxweiler wurden Ausgaben für eine
Hollaner Batteroll fällig; siehe Schwingel (wie Anm. 2), S. 196.
3S Mayer, Gemeinderechnungen (wie Anm. 2), A 3, S. 16, Nr. 11, 12. Eva Kell, Saarwellingen
(wie Anm. 26), S. 42. ln Saarwellingen gab es eine jüdische Gemeinde, die
1781 aus 25 Haushaltungen bestand.
39 Mayer, Gemeinderechnungen (wie Anm. 2), A 3, S. 17, Nr. 22, 25, 28, 32.
40 Ebd. A3, S. 17, Nr. 29.
41 Ebd. A3, S. 18, Nr. 10, 11; S. 19, Nr. 19; S. 21, Nr. 53; S. 23, Nr. 78, 82; S. 24, Nr. 95,
97,99; S. 25, Nr. 107, 108, 114.
42 Ebd. A 3, beispielsweise S. 19, Nr. 17, 26, S. 20, Nr. 50; S. 26f.
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