Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

Quelle  zum  landesherrlichen  Rechnungswesen  und  zur  inneren  Verwaltung  der
Grafschaft  Saarbrücken  anzusehen  ist'"2.
Schon  der  damalige  Kommissionsgeschäftsführer  Hans-Walter  Herrmann  hatte
in  seiner  Rückschau  1977  auf  damals  25  Jahre  Kommissionsarbeit  eingeräumt,
dass  der  von  ihrem  Gründer  einstmals  abgesteckte  Rahmen  nicht  voll  ausgefüllt
werden  konnte62 63,  und  auch  die  Gründe  dafür  namhaft  gemacht:  zuerst  und  vor  allem
  die  in  der  Tat  gewaltigen  Dimensionen  des  Vorhabens,  denen  von  Anfang  an
eine  tragfähige  personelle  und  finanzielle  Basis  fehlte.  Der  Kommission  standen
nie  hauptamtliche  wissenschaftliche  Mitarbeiter  zur  Verfügung.  Das  Unternehmen
wurde  und  wird  bis  heute  durch  ehrenamtliche  Arbeit  getragen.  Das  mag  bei  einem
Vorstand,  der  mehrfach  im  Jahr  Zusammentritt,  um  die  Arbeitspläne  zu  besprechen
und  die  Finanzierung  der  Projekte  sicherzustellen  noch  hingehen,  nicht  aber  bei  der
Durchführung  von  Forschungsvorhaben,  beim  mühsamen  Sammeln,  Auswerten
und  Edieren.  Angesichts  dieser  Rahmenbedingungen  verwundert  es  nicht,  dass
wissenschaftlich  qualifizierte,  vor  allem  hilfswissenschaftlich  geschulte  Kräfte  ihre
Tätigkeit  für  die  Kommission  aufgaben,  sobald  ihnen  die  Festeinstellung  in  einem
Brotberuf  winkte.  Die  einzige  hauptamtliche  Kraft  war  und  ist  die  in  Teilzeit  arbeitende
  Kommissionssekretärin.
In  realistischer  Einschätzung,  was  mit  einer  derart  bescheidenen  personellen  und
materiellen  Ausstattung  geleistet  werden  kann,  beschränkte  sich  die  Kommission
zunehmend  auf  die  Drucklegung  andernorts  entstandener  Forschungsarbeiten.  Auf
diese  Art  und  Weise  wuchs  die  Reihe  der  Veröffentlichungen  der  Kommission  für
Saarländische  Landesgeschichte  und  Volksforschung  auf  inzwischen  43  Bände  an,
deren  besondere  Merkmale  das  breite  zeitliche  Spektrum64 65,  die  Vielfalt  der  Themen6"
  und  ein  Erkenntnisinteresse  sind,  das  vor  nationalen  Grenzen  nicht  halt

62  Ders.,  unter  dem  Punkt  „Quellenveröffentlichungen.  Sachthematische  Quellenpublikationen“,
  ebd.,  S.  45f.
63  Ebd.  S.  13.
64  Mittelalter:  Wolfgang  Haubrichs,  Die  Tholeyer  Abtslisten  des  Mittelalters  (Veröffentlichungen
  der  Kommission  für  Saarländische  Landesgeschichte  und  Volksforschung  15),
Saarbrücken  1986;  Lotharingia.  Eine  europäische  Kemlandschaft  um  das  Jahr  1000  (ebd.
26),  Saarbrücken  1995.  -  Frühe  Neuzeit:  Beiträge  zur  frühneuzeitlichen  Garnisons-  und
Festungsstadt  (ebd.  13),  1983;  Klaus  Ries,  Obrigkeit  und  Untertanen.  Stadt-  und  Landproteste
  in  Nassau-Saarbrücken  im  Zeitalter  des  Reformabsolutismus  (ebd.  32),  1997.  -
Neuere  und  Neueste  Zeit:  Das  Saarrevier  zwischen  Reichsgründung  und  Kriegsende
(1871-1918)  (ebd.  18),  1991;  Dieter  Muskalla,  NS-Politik  an  der  Saar  (ebd.  25),  1995;
Marcus  Hahn,  Das  Saarland  im  doppelten  Strukturwandel  1956-1970  (ebd.  36),  2003;
Das  Saarland  zwischen  Frankreich,  Deutschland  und  Europa  1945-1957,  hg.  von  Rainer
Hudemann  und  Armin  Heinen  (ebd.  41),  2007.
65  Es  finden  sich  Veröffentlichungen  zur  Wirtschafts-  und  Sozialgeschichte:  Thomas  Herzig,
  Geschichte  der  Elektrizitätsversorgung  des  Saarlandes,  (Veröffentlichungen  der
Kommission  für  Saarländische  Landesgeschichte  und  Volksforschung  17),  Saarbrücken
1987;  Klaus-Michael  Mallmann,  Die  Anfänge  der  Bergarbeiterbewegung  an  der  Saar
(1848-1904)  (ebd.  12),  1981;  Hans-Christian  Herrmann,  Sozialer  Besitzstand  und  gescheiterte
  Sozialpartnerschaft.  Sozialpolitik  und  Gewerkschaften  im  Saarland  1945-1955
(ebd.  28),  1996.  -  Zur  Genealogie:  Eduard  Hlawitschka,  Die  Anfänge  des  Hauses
Habsburg-Lothringen  (ebd.  4),  1969.  -  Zur  Literatur-  und  Sprachgeschichte:  Stefan  Flesch,
  Die  monastische  Schrifitkultur  der  Saargegend  im  Mittelalter  (ebd.  20),  1991;  Ruth
Kunz  und  Maria  Vòllono,  „Nordwörter“-  und  „Südwörter“  (wie  Anm.  59)  (ebd.  42),
30
            
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