Die Reichsherrschaft Saarweilingen konnte bereits nach der französischen
Kriegserklärung im Sommer 1792, noch während des preußischen Vorstoßes, angesichts
einer drohenden Belagerung von Saarlouis von Kriegshandlungen betroffen
sein, da französische Truppen, verstärkt durch Nationalgarden, von Saarlouis
aus Vorstöße in die benachbarten Reichsgebiete tätigten und dabei plünderten. Außerdem
wechselten etliche der in Saarlouis stationierten Truppen, vor allem die
Fremdenregimenter, die Seiten, darunter Infantriegeneral Wurmser, der bei Wadgassen
mit einem Teil seiner Soldaten emigrierte, was die Lage noch unübersichtlicher
machte5.
Belegt sind französische Vorstöße im September 1792 nach Dillingen, in das
Nalbacher Tal sowie nach Merzig. Österreichische Truppen und Patrouillen preußischer
Husaren plünderten währenddessen in den französischen Dörfern links der
Saar und den Saarlouis umliegenden Ortschaften6. Beim Überfall der Franzosen
auf Merzig am 9. September 1792 blieben Saarweilingen und das Oberamt
Schaumburg jedoch verschont, während der heute eingemeindete Nachbarort
Schwarzenholz, der zum Stift Fraulautem gehörte, von 400 Nationalbanditen geplündert
wurde, insbesondere das wohlhabende Haus Blass, wo Möbel der geflüchteten
Stiftsdamen deponiert waren. Eine Beschwerde des Schwarzenholzer
Meiers in Saarlouis führte immerhin zur offiziellen Missbilligung und einer Entschuldigung
für den Vorfall, jedoch flüchteten viele Einwohner der Region vor
weiteren befürchteten Plünderungen .
Die französischen Truppen zeigten Präsenz in Saarweilingen, als sie am 9. November
1792 einen Freiheitsbaum setzten, der, wie der Pfalz-zweibrückische
Amtmann Moser berichtete, ohne Zuthun der bäuerlichen Bevölkerung aufgestellt
wurde. Am 11. November seien dann die Insignien der kriechingischen Herrschaft
von französischen Grenadiers abgebrochen worden: Galgen, Halseisen und die
Herrschaftswappen. Diese Aktion könnte mit den Reunionsgesuchen der französischen
Enklaven der Grafschaft Kriechingen in Verbindung stehen und steht womöglich
im Zusammenhang mit dem Gedanken der expansion révolutionnaire*.
Der Vorstoß der Moselarmee im Winter auf Trier ging ebenfalls von Saariouis
aus. Sie kampierte und kantonierte in der Saarlouiser Region und sollte nach und
sischen Revolution, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 35, 2009, S. 325-374;
Mayer, Einwohner (wie Anm. 2), S. 73f.
Johannes Schmitt, Krise und Aufbruch. Saarlouis und seine Umgebung in der Französischen
Revolution, in: Ders., Revolutionäre Saarregion 1789-1850. Gesammelte Aufsätze
(Geschichte, Politik & Gesellschaft. Schriftenreihe der Stiftung Demokratie Saarland,
Bd. 7), St. Ingbert 2005, S. 88-90.
6 Schmitt, Expansion révolutionnaire? (wie Anm. 4), S. 108-115.
' Ebd. S. 114f.
s Ebd. S. 130. Vgl. Claudia Ulbrich, l’Impact de la Révolution française dans le comté de
Créhange, pays enclavé en Lorraine, in: Ministère de l’Education Nationale, de la Jeunesse
et des Sports, Comité des Travaux Historiques et scientifiques (Hg.), Actes du 113e
Congrès national des Sociétés savantes, Section d'histoire moderne et contemporaine,
Paris 1991,425-435,
http://www.geschku!t.fu-berlin.de/e/fmi/arbeitsbereiche/ab_ulbrich/media/Ulbrich_-LJmpact_de_la_Revolution_francaise.pdf
(27.11.2011).
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