5. Fazit
Wie für andere Regionen, so lässt sich auch für die Saargegend festhalten, dass bestimmte
Familien über zwei, drei Generationen weg das Bild des lutherischen Pfarrers
an der Saar prägten. Dass dabei bisweilen Vater und Sohn oder sogar Onkel
und Neffe in derselben Gemeinde einander folgten, ergänzt die eingangs genannten
Gründe für die Bildung von Pfarrerdynastien um einen Aspekt: Die Pfarrer waren
verhältnismäßig arm, es gab keine Pensionskassen, und sie waren nach vierzigoder
fünfzigjähriger Amtszeit vor Ort aufgrund unabweislicher Altersgebrechen
genötigt, sich Hilfe zu suchen, die sie oft genug in Söhnen fanden, die ebenfalls die
geistliche Laufbahn eingeschlagen hatten. Die Pfarrstelle anders als durch den Tod
zu räumen, hatte das, was man heute Altersarmut nennt, zur Folge, und als es dann
ein Versorgungsmodell gab, wodurch dem Ruheständler noch Anteile am Pfarrdotalgut
für seine Versorgung verblieben, waren die nachkommenden Pfarrer mit
ihren Familien benachteiligt, denn ihre Einkünfte waren gemindert, solange der
Vorgänger noch lebte. Da war die Amtsübergabe vom Vater auf den Sohn wirtschaftlich
für beide Seiten deutlich verträglicher. Dasselbe Phänomen lässt sich
übrigens problemlos auch für die Lehrer im 18. und 19. Jahrhundert nachweisen.
Die Bildung von Pfarrerdynastien über Generationen hinweg hatte neben der theologischen
Traditionsbildung schlicht wirtschaftliche Gründe. Andere Faktoren treten
daneben eher zurück.
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