Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

sen101 103  in  St.  Johann.  Am  22.  Oktober  1855  wurde  Zillessen  durch  Superintendent
Johann  Gottfried  Schirmer  in  der  väterlichen  Kirche  in  Malstatt  ordiniert.  Am  27.
Mai  1856  erfolgte  die  Ernennung  zum  Pfarrer  von  Völklingen  und  am  15.  Juni
wurde  er  in  sein  Amt  eingetiihrt.
Am  4.  Juni  1857  heiratete  Adolph  Zillessen  seine  Frau  Auguste  Karoline  Johanna
  (1834-1896)  aus  der  Pfarrerdynastie  Fauth;  neun  Kinder10'  wurden  den  Eheleuten
  geschenkt,  unter  denen  Oskar10’  und  Julius104  wieder  Pfarrer  wurden.  Aus
Zillessens  Amtszeit  hat  sich  ein  ausführlicher  Visitationsbericht  vom  12.  Juli  1863
erhalten,  der  einen  kleinen  Einblick  in  die  Situation  der  Gemeinde  bietet105 *.
Adolph  Zillessen  zeigte  sich  in  vielfältiger  Hinsicht  als  engagierter  Pfarrer.
Probleme,  die  schon  lange  anstanden  und  deren  Abhilfe  nicht  einfach  zu  ermöglichen
  war,  ging  er  an.  So  stellte  er  1866  einen  Antrag  an  die  Kreissynode  auf  eine
neue  Zirkumskription  der  Pfarrei  Völklingen,  der  als  elftes  Proponendum  der  Synode
  vorgelegt  wurde.  Hochwürdige  Synode  wolle  die  Erklärung  abgeben,  daß  zur
Pfarrei  Völklingen  keine  im  Kreise  Saarlouis  liegenden  Ortschaften  gehören,  eventuell
  eine  neue  Circumscription  der  Pfarrei  zu  beschließen.  Motive:  Irrthümlicher
Weiße  sind  in  der  Nachweisung  der  Amtsverrichtungen  des  Pfarrers  mehrere  im
Kreise  Saarlouis  liegende  Ortschaften  so  aufgeführt,  als  wenn  sie  Theile  der  Pfarrei
  wären.  Wie  unangenehm  solche  Verhältnisse  später  werden  können,  haben  die
langwierigen  Verhandlungen  der  Umpfarrung  der  Einwohner  Clarenthals  gezeigt;
ebenso  die  Verhandlungen  wegen  Aufbringung  von  Kosten  zur  Bestreitung  kirch¬101

  AEKR  1  OB  010  (Kirchenkreis  Saarbrücken)  Nr.  8  Bd.  1  (1846-1894);  vgl.  auch  Willhelm
  Wegener,  Friedrich  Petersen.  Erster  Pfarrer  in  St.  Johann-Saarbrücken.  Eine  biographische
  Skizze,  in:  Zwischen  Mosel  und  Saar.  Festschrift  Hans-Walter  Herrmann,  hg.
von  Wolfgang  Läufer  u.  a.  (Veröffentlichungen  der  Kommission  für  Saarländische  Landesgeschichte
  und  Volksforschung  24),  Saarbrücken  1995,  S.  351-366.
102  1.)  Wilhelm  Oskar  (geb.  16.  Mai  1858);  -  2.)  Oskar  Adolf  Karl  (geb.  31.  August  1859),
Pfarrer  in  Ludweiler;  -  3.)  Julius  Adolf  (geb.  24.  Oktober  1860),  Pfarrer  in  Altenwald;  -
4.)  Friedrich  Franz  (geb.  13.  September  1862);  -  5.)  Wilhelm  (geb.  4.  April  1864);  -  6.)
Hermann  (geb.  29.  Januar  1866);  -  7.)  Heinrich  (geb.  22.  Januar  1868);  -  8.)  Otto  Jakob
Benjamin  (geb.  2.  Januar  1870);  -  9.)  Auguste  Ida  Klara  Luise  (geb.  14.  November
1871).
103  Oskar  Adolf  Karl  Zillessen,  geb.  am  31.  August  1859  in  Völklingen,  Studium  in  Tübingen,
  Berlin  und  Bonn,  Ostern  1884  Prüfung  pro  lic.  concionandi  zu  Koblenz,  11.
Januar  1886  Ordination  in  St.  Amual,  im  Dienste  der  rheinisch-westfälischen  Pastoralhilfsgesellschaft,
  1887-1916  Pfarrer  in  Ludweiler,  1916  emeritiert,  gest.  11.  April  1941.
014  Julius  Adolf  Zillessen,  24.  Oktober  1860  in  Völklingen  geboren,  Besuch  der  Schule  in
Sarreguemines;  5.  August  1882  Abitur;  1882-1885  Studium  in  Bonn,  Marburg  und
Berlin,  1883-1884  Militärdienst,  14.  Oktober  1889  Licentia  concionandi,  Examen  28.
Oktober  1891  pro  ministerio,  1892  Hilfsdienst  in  Kölln,  15.  Januar  1893  Ernennung  zum
Synodalvikar,  2.  Februar  1893  Ordination  in  St.  Amual,  1.  Juni  1894  Ernennung  zum
Pfarrvikar  in  Altenwald,  21.  August  1894  Heirat  mit  Maria  Franz  (*  1865);  Kinder:  1.)
Klara  Maria  Elisabeth  (geb.  4.  August  1895);  2.)  Dorothea  Sophie  Maria  (geb.  15.  Februar
  1897);  3.)  Maria  Sibylla  (geb.  20.  März  1901),  1927  emeritiert,  |26.  Oktober  1944  in
Maybach.
1115  Bericht  von  Superintendent  Johann  Gottfried  Schirmer  auf  der  27.  Tagung  der  Saarbrücker
  Kreissynode  am  22.  Juli  1863,  in:  Conrad,  Protokolle  (wie  Anm.  87),  S.  618.

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