Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

fünf  Kinder0  wurden  den  Eheleuten  geschenkt,  von  denen  Eduard  und  Karl  Friedrich
  der  Jüngere  Pfarrer  wurden.
Die  Amtszeit  des  älteren  Zickwolff  in  Völklingen  war  anfangs  geprägt  von  den
Napoleonischen  Kriegen  und  dem  Übergang  des  Saarraums  an  das  Königreich
Preußen  nach  dem  Wiener  Kongress.  Das  kirchliche  Binnenklima  wurde  bestimmt
durch  den  Zusammenschluss  der  Lokalkonsistorien  zur  neuen  Synode  Saarbrücken
und  dem  Übergang  zur  Saarbrücker  Union  am  24.  Oktober  1817,  deren  Urkunde
der  ältere  Zickwolff  unterschrieben  hat.
In  Völklingen  belastete  das  Simultanverhältnis  die  Beziehungen  zwischen  der
evangelischen  und  der  katholischen  Gemeinde.  Das  war  auch  höheren  Ortes  bekannt.
  Und  so  schrieb  die  Königlich-preußische  Regierung  an  das  Rheinische  Konsistorium
  am  29.  September  1842:  Die  Pfarrer  sprachen  sich  für  die  Aufhebung
des  Simultaneums  und  den  Neubau  einer  katholischen  Kirche  in  Völklingen  aus,
wogegen  den  Evangelischen  die  bisherige  Kirche  allein  zu  übertragen  sei,  welche
Ansicht  die  Einwohner  dieses  Dorfes  um  so  mehr  theilen,  als  durch  die  Erbauung
einer  Filialkirche,  worauf  die  Einwohner  jenseits  der  Saar  antragen,  in  Geislautern,
den  Handel  und  Verkehr  in  Völklingen  leiden  würden  \  Dem  älteren  Zickwolff  war
es  aber  nicht  mehr  vergönnt,  die  Aufhebung  des  Simultanverhältnisses  in  seiner
Amtszeit  zu  erleben.  Sie  erfolgte  wenige  Jahre  nach  seiner  Emeritierung.
Die  Tatsache,  dass  die  Pensionierung  eines  Pfarrers  für  den  Nachfolger  erhebliche
  Gehaltseinbußen  bedeutete,  lässt  die  initiative  des  älteren  Zickwolff,  der
seinen  gleichnamigen  Sohn  als  Nachfolger  empfahl,  vielleicht  in  einem  andere
Lichte  erscheinen:  Schon  seit  geraumer  Zeit  fühle  ich,  wie  nun  schon  nach  fast
sechs  und  vierzig  jähriger  Amtsführung,  sowohl  meine  körperlichen  wie  geistigen
Kräfte  in  zunehmender  Abnahme  begriffen  sind,  die  es  mir  mehr  und  mehr  zu
schwer  macht,  den  Pflichten  meines  Amtes  in  der  Ausdehnung  zu  genügen,  wie  es
dasselbe  immer  und  noch  mehr  bei  den  schweren  und  verhängnisvollen  Verhältnissen
  der  gegenwärtigen  Zeit  erfordert.  Meinen  Gedanken  an  eine  Pensionierung
kam  entgegen  der  vielfach  in  der  Pfarrei  laut  werdende  Wunsch,  meinen  jüngsten
Sohn,  Carl  Friedrich,  den  Candidaten  der  Theologie,  als  meinen  Nachfolger  hier
zu  sehen’2.  Superintendent  Dr.  Gottlieb  Follenius  versammelte  die  Völklinger  Gemeinde
  und  nahm  zur  Kenntnis,  dass  die  Nachfolge  des  jüngeren  Zickwolff  auf
große  Akzeptanz  stieß.  Das  Presbyterium  votierte  am  1.  März  1849  in  die  gleiche
Richtung,  so  dass  das  Koblenzer  Konsistorium  im  Juli  1849  zustimmte.

Es  sind  dies  1.)  Eduard,  geb.  31.  März  1807  in  Völklingen,  von  1840  bis  1890  Pfarrer  in
Saarbrücken.  Er  lebte  als  Emeritus  in  Riegelsberg  und  starb  am  5.  März  1898;  -  2.)
Adolf,  geb.  am  21.  Januar  1810  in  Völklingen;  -  3.)  Luise  Auguste  Sophie,  geb.  am  23.
Mai  1813  in  Völklingen;  -4.)  Henriette  Amalie  Withelmine,  geb.  27.  Februar  1815  in
Völklingen;  -  5.)  Karl  Friedrich  d.  J.,  geb.  27.  Januar  1822  in  Völklingen,  wo  er  auch  als
Pfarrer  wirkte.
n  AEKR  10B  008  Best.  41  Ortsakten  Völklingen.  Acta  betr.  Kirchen-,  Pfarrhaus-  und
sonstige  Bauangelegenheiten  1842-1926.  Brief  der  Königlich-preußischen  Regierung.
Abteilung  des  Innern  an  das  Rheinische  Konsistorium  vom  29.  September  1842.
n  AEKR  lOB  008  Best.  41  Ortsakten  Völklingen.  Acta  betr.  die  Pfarrstelle  der  evang.  Gemeinde
  zu  Völklingen  1849-1900.  Brief  von  Pfarrer  Carl  Friedrich  Zickwolff  d.  Ä.  an
das  Konsistorium  24.  Februar  1849.

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