cken diente dazu, dass sich die Gemeinden und die Pfarrerschaft an die neue Kirchenordnung
gewöhnen sollten. So wurde etwa über die kirchlichen Feiertage beraten,
und es sollten, die bisher im ehemaligen Nassauischen Lande üblichen monatlichen
Buß- u. Bettage in Zukunft abgeschafft u. dafür der allg. schon in anderen
Provinzen bestimmte Bußtag nach dem Sonntag Jubilate im hiesigen Kreise
eingeführt werden88, Und weil die Kreissynode feststellen musste, wie wenig hie u.
da, besonders von Seiten der Katholiken, das hohe Fest des Charfreitag, als solches
betrachtet u. geheiligt werde, so trägt die Kreissynode dahin an, die Provinzialkirche
wolle bei der höheren Staatsbehörde erwirken, daß der genannte Tag als
ein gesetzlicher Feiertag explizirt u. dadurch diejenigen, welche an diesem Tage
gewöhnliche Arbeiten verrichten, durch die Gerichte von Ähnlichem abgehalten
werden89 Daneben beschäftigte man sich mit dem Konfirmationsalter, der Kirchenzucht
und der konfessionell gemischten Ehe. Am Ende der Tagung dankte die
Kreissynode Saarbrücken für Kirchenordnung und Agende - das von Bischof Wilhelm
Roß initiierte Junktim fiel also auch in Saarbrücken auf fruchtbaren Boden.
Carl Ludwig Zimmermann starb noch im selben Jahr am 17. September; die
Amtsgeschäfte führte bis zur Synode des Jahres 1836 der Synodalassessor Dr.
Gottlieb Ernst Follenius. Nicht aber er, sondern der Dudweiler Pfarrer Carl Ludwig
Römer wurde zum neuen Superintendenten der Kreissynode Saarbrücken gewählt.
Superintendent Zimmermanns Sohn Karl wurde Pfarrer in Wiebelskirchen.
Geboren am 19. März 1810 in Saarbrücken, liegen über sein Studium bisher keine
Angaben vor. Von 1834 bis 1835 fungierte er als Hilfsprediger in Wiebelskirchen,
wo er auch die Pfarrstelle übernahm. Er hielt am 1. September 1878 seine Abschiedspredigt
und starb hochbetagt am 4. Juni 1896 in Neunkirchen. Am 7. Juni
wurde er in seiner alten Pfarrgemeinde beigesetzt. 35 Jahre lang war Pfarrer Karl
Zimmermann auch Kreisschulinspektor.
4.2 Die Familie Zickwolff
Besonders interessant ist die Situation der Pfarrer Zickwolff in Völklingen. Carl
Friedrich Zickwolff der Ältere wirkte bereits am Ende der langen Amtszeit seines
Vorgängers Rollé als Vikar in Völklingen. Am 4. März 1781 in Saarbrücken als
Sohn des gleichnamigen Lehrers Carl Friedrich Zickwolff und seiner Frau Maria
Elisabeth Pabst geboren, hatte er das dortige Gymnasium besucht und dann in
Halle Theologie studiert. 45 Jahre lang sollte er der Völklinger Gemeinde vorstehen
- wohl die längste Amtszeit am Ort. Zickwolff wirkte in der Synode Saarbrücken
ehrenamtlich als Rendant der Saarbrücker Pfarrwitwenkasse. Am 17. Juli
1806 heiratete er in Ottweiler die Pfarrerstochter Christine Sophie Luise Drach;
Pfarrarchiv Kölln. Best. 72 Synodalprotokolle. Protokoll der Tagung der Kreissynode
Saarbrücken vom 13. Mai 1835; vgl. Joachim Conrad, Die konstituierende Sitzung der
alten Kreissynode Saarbrücken am 13. Mai 1835, in: MEKGR 57 (2008), S. 257-262,
hier S. 260.
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