gestorben ist, ist allerdings nicht auszuschließen. Er hatte Anna Lahr, die andere
Tochter des St. Johanner Viehtreibers Anton Lahr (oder Lohr) und der Johannette
Weißgerber zur Frau und war also mit seinem Vorgänger in Malstatt Gebhard
Dolbier verschwägert1’0. Aus der Ehe sind zwei Töchter, Maria Agnes und
Magdalena, urkundlich erwähnt, über deren Verbleib nichts weiter bekannt ist60 61.
Die Familie Keller ist ein Musterbeispiel dafür, wie die Söhne dem Vater im
Amt folgen und wie auch die Töchter mit Pfarrern verheiratet sind; eine Besonderheit
ist die Tatsache, dass die Söhne im Inspektionskreis des Vaters eingesetzt
sind und sich in dem Güdinger Fall sogar „beerben“.
3. Das 18. Jahrhundert
3.1 Familie Rollé
Die prägende Theologenpersönlichkeit der Barockzeit in der Nassau-Saarbrückischen
Landeskirche war Thomas Balthasar Rollé62, der als Superintendent
und Hofprediger tätig war63. Die Wurzeln der Familie Rollé werden in Rhoda/Thüringen
vermutet. Dort lebte der Großvater von Thomas Balthasar, Johannes Rollé,
als Kaufmann und Ratsherr. Dessen Sohn Magister Georg Andreas Rollé findet
sich schließlich im westfalischen Unna als Diakon und Rektor der dortigen Lateinschule,
wo er nach Auskunft seines Epitaphs 42 Jahre im Dienst gestanden hatte64.
Dort in Unna wurde am 22. Dezember 1695 sein Sohn Thomas Balthasar geboren.
Dessen älterer Bruder Dr. Reinhard Heinrich Rollé (1683-1768) wirkte als Professor
an der Universität Gießen und als Superintendent in Marburg.
Thomas Balthasar Rollé studierte zuerst in Leipzig Theologie, wo er 1719
Bekanntschaft mit Gotthilf August Francke (1663-1727), dem Sohn von August
Hermann Francke, machte. Von 1721 bis 1722 wirkte Rollé als Magister legens an
der Universität in Wittenberg und wurde dort am 17. Oktober 1721 zum Magister
der Philosophie promoviert65. Nach seinen Studien übernahm er 1726 den Dienst
eines Hauspredigers bei Familie Düngein in Dahlhausen. Dort erhielt er seine
Berufung als Pfarrer nach Menzerath (Monschau/ Eifel), wo er Anfang Dezember
1728 ordiniert wurde66. Die Gemeinde war sehr arm und konnte nur ein kleines
Pfarrgehalt bieten. Als dann in Mülheim an der Ruhr eine Pfarrstelle zu besetzen
und die Besetzung unter den Beteiligten strittig war, schlug Inspektor Arnold
60 LA Saarbrücken. Best. Nassau-Saarbrücken II Nr. 2403 Bl. 204 R.
61 Ebd. II Nr. 2407 Bl. 123.
62 Vgl. Albert Ruppersberg, Geschichte der Evangelischen Gemeinde Alt-Saarbrücken
(Unsere Saarheimat Bd. 6), Saarbrücken 1924, bes. S. 50-59; Joachim Conrad, Art.
Rollé, Thomas Balthasar (1695-1780), in: BBKL 28 (2007), Sp. 1336-1343.
63 Vgl. Helmuth KIEFER, Aus dem Leben, von Herkunft und Hinterlassenschaft und Nachkommen
des Saarbrücker Superintendenten M. Thomas Balthasar Rollé, in: Zeitschrift
für die Geschichte der Saargegend 8 (1958), S. 149-156.
64 Rektor Mag. Georg Andreas Rollé war mit Margarethe Elisabeth Rumpf verheiratet.
Album academiae Vitebergensis (1710-1812), bearb. von Fritz JüNTKE, Jüngere Reihe
Teil 3, Halle 1966, S. 383.
66 Vgl. Walter Scheibler, Geschichte der Evangelischen Gemeinde Monschau 1320-1939,
Aachen 1939, S. 229.
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