Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

tes  Mal:  Magdalena  Rüdinger  (gest.  vor  1636),  die  Tochter  des  Pfarrers  Johannes
Rüdinger44  von  St.  Arnual  und  seiner  Frau  Elisabeth.  Aus  dieser  Ehe  sind  fünf
Kinder  bekannt45.
Vermutlich  wurde  der  zweite  Sohn  des  älteren  Keller,  Philipp  Keller46,  um  1590
in  Saarbrücken  geboren.  Wo  er  studiert  hat,  ist  bisher  nicht  bekannt.  1612/13  wird
er  als  Präzeptor  der  5.  Klasse  am  Saarbrücker  Gymnasium  erwähnt47.  Am  29.  Dezember
  1613  wurde  er  als  Pfarrer  der  Pfarreien  Güdingen  und  Bübingen  ordiniert48
 *.  Er  starb  bereits  im  Juni  161940.
Der  dritte  Sohn  aus  dem  Hause  Keller,  Johannes50,  ist  wohl  um  1595  geboren.
1613  am  Saarbrücker  Gymnasium51  bezeugt,  immatrikulierte  er  sich  am  27.  September
  1614  in  Gießen52.  1619  übernahm  er  die  durch  den  Tod  seines  Bruders
Philipp  vakante  Pfarrstelle  in  Güdingen  und  Bübingen  und  wurde  1622  Diakon  in
Saarbrücken"1.  Johannes  Keller  wohnte  in  einem  Haus  vor  der  Marktpforte;  dieses
Haus  wurde  durch  das  Stift  St.  Arnual  von  einem  Käufer  ausgelöst"4.  1627  war  er
wohl  schon  verstorben.  Die  Frau  von  Johannes  Keller  hieß  Marie;  sie  gebar  ihm
drei  Kinder,  die  in  Saarbrücken  getauft  wurden55.
Vom  vierten  Kellersohn  Andreas56  ist  am  wenigsten  bekannt.  Er  wird  für  die
Jahre  1623  bis  1628  als  Pfarrer  von  Malstatt  bezeugt  und  wechselte  dann  nach  St.
Arnual"7.  Das  Todesdatum  21.  Juni  1634  -  von  Rosenkranz  und  Ruppersberg  in
Anlehnung  an  Wilhelm  Lichnock  überliefert"8  -  muss  ein  Irrtum  sein,  wird
Andreas  Keller  doch  noch  am  8.  Februar  1636  für  die  unmündigen  Kinder  seines
verstorbenen  Bruders  Georg  als  Vormund  eingesetzt"0.  Dass  er  an  der  Pest

44  Vgl.  BÖRST  u.a.,  Die  evangelischen  Geistlichen  (wie  Anm.  26),  S.  76-77.
4"  Namentlich  Johannes  Michael  Keller,  Georg  Keller,  Philipp  Keller,  Johannes  Matthias
Keller  und  Ludwig  Keller.
45  Vgl.  Borst  u.a.,  Die  evangelischen  Geistlichen  (wie  Anm.  26),  S.  62.
4  Vgl.  Ruppersberg,  Ludwigsgymnasium  (wie  Anm.  36),  S.  41.
48  LHA  Koblenz  Nr.  56/1224.
44  Vgl.  Rosenkranz,  Rheinland  (wie  Anm.  34),  S.  252.
50  Vgl.  Borst  u.a.,  Die  evangelischen  Geistlichen  (wie  Anm.  26),  S.  62.
51  Vgl.  Ruppersberg,  Ludwigsgymnasium  (wie  Anm.  36),  S.  42.
52  Klewitz/Ebel,  Matrikel  (wie  Anm.  37),  S.  196  Nr.  79.
Vgl.  Rosenkranz,  Rheinland  (wie  Anm.  34),  S.  251.
4  LA  Saarbrücken  Best.  Nassau-Saarbrücken  II  Nr.  2402  Bl.  453  (13.  Juni  1622).
""  Johann  Heinrich,  getauft  am  7.  Januar  1624  in  Saarbrücken  (Stadtarchiv  Saarbrücken
Best.  Ev.  Kirchenbücher,  Bd.  I,  S.  28  Nr.  110);  Georg  Bartholomäus,  getauft  am  19.
Januar  1625  in  Saarbrücken  (ebd.  Bd.  1,  S.  46  Nr.  197)  und  Anna  Maria,  getauft  am  24.
Januar  1627  in  Saarbrücken  (ebd.  Bd.  1,  S.  68  Nr.  302).
56  Vgl.  BÖRST  u.a.,  Die  evangelischen  Geistlichen  (wie  Anm.  26),  S.  62;  vgl.  auch  Joachim
Conrad,  Die  evangelischen  Pfarrer  in  Gersweiler/Saar.  Teil  1,  in:  Monatshefte  für
Evangelische  Kirchengeschichte  des  Rheinlandes  (künftig:  MEKGR)  54  (2005),  S.  225-^
  243,  hier  S.  230.
Vgl.  Rosenkranz,  Rheinland  (wie  Anm.  34),  S.  251.
"s  Vgl.  Lichnock,  St.  Johann  (wie  Anm.  40),  S.  42;  dann:  Vgl.  Rosenkranz,  Rheinland
(wie  Anm.  34),  S.  251;  Albert  Ruppersberg,  St.  Arnual.  Geschichte  des  Stiftes  und  des
Dorfes,  Essen  1930,  S.  98.
Stadtarchiv  Saarbrücken.  Best.  Gemeinsames  Stadtgericht  Saarbrücken-St.  Johann  Prot.
1935/36  Bl.  39  R.

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