Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

Sätzen  [...]  weiterzuführen  und  zu  ergänzen,  wurde  nie  in  Angriff  genommen,  da
mit  dem  staatlichen  Konservatoramt  eine  dafür  zuständige  Behörde  existierte.
Eine  nachhaltige  Wirkung  erlangte  Punkt  3  des  Meyer’schen  Aufgabenkatalogs,
nämlich  seine  Forderung  eine  systematische  und  vollständige  saarländische  Bibliographie,
  das  heißt  eine  Sammlung  aller  auf  unser  Land,  seine  Geschichte  und  sein
Volkstum  bezüglichen  Bücher,  Aufsätze  und  Zeitungsartikel  zusammenzustellen.
Auf  den  Mitgliederversammlungen  der  Kommission  der  folgenden  Jahre  wurde  die
Realisierung  dieser  Forderung  diskutiert  und  die  Erstellung  sowohl  einer  retrospektiven
  wie  auch  einer  laufenden  Bibliographie  beschlossen.  Bei  der  Erarbeitung
einer  retrospektiven  Bibliographie  war  zu  berücksichtigen,  dass  die  Landesbibliothek
  Speyer,  gefördert  von  der  Pfälzischen  Gesellschaft  zur  Förderung  der  Wissenschaften,
  begonnen  hatte,  das  Schrifttum  der  Pfalz  vom  Jahre  192S  bis  einschließlich
  1960  zusammenzustellen,  und  dabei  auch  das  einschlägige  Saar-Schrifttum  mit
erfasste.  Auch  in  Köln  war  ein  ähnliches  Unternehmen  im  Gange.  Die  von  Professor
  Hermann  Cordes,  Direktor  der  Stadt-  und  Universitätsbibliothek  Köln,  im  Auftrag
  der  Gesellschaft  für  Rheinische  Geschichtskunde  betreute  Rheinische  Bibliographie
  sollte  auch  das  den  preußischen  Teil  des  Saarlandes  betreffende  Material
verzeichnen.  In  Anbetracht  dieser  laufenden  und  angeblich  kurz  vor  der  Veröffentlichung
  stehenden  Arbeiten  (Rheinische  Bibliographie)  verzichtete  die  Kommission
  auf  eine  eigenständige  retrospektive  Bibliographie  und  stellte  das  von  Dr.
Wilhelm  Dillinger,  dem  Leiter  des  Büchereiamtes,  in  den  50er  Jahren  gesammelte
Material  der  Pfälzischen  Landesbibliothek  Speyer  als  saarländischen  Beitrag  für
eine  gemeinsame  Bibliographie  der  Pfalz  und  des  Saarlandes  ¡927-1950  zur  Verfügung.
  Aber  erst  1977  konnte  ein  das  ortsgeschichtliche  Schrifttum  enthaltender
Band  erscheinen,9.
Seit  1951  erstellte  die  Pfälzische  Landesbibliothek  Speyer  eine  laufende  Bibliographie,
  die  auch  das  neue  saarländische  Schrifttum  einbezog.  Nach  etlichen  Gesprächen
  mit  den  Pfalzern  und  mit  der  Universitätsbibliothek  Saarbrücken  konnte
Eugen  Meyer  erreichen,  dass  ab  1961  das  laufende  saarländische  Schrifttum  nicht
mehr  in  der  Pfälzischen  Bibliographie,  sondern  in  einer  eigenen,  von  der  Universitätsbibliothek
  bearbeiteten  saarländischen  Bibliographie  erfasst  wurde.  1964  erschien
  in  der  Schriftenreihe  der  Kommission  der  erste  Band  dieser  Saarländischefnj
  Bibliographie,  umfassend  die  Jahre  1961  und  1962.  Diese  Arbeitsteilung
zwischen  Kommission  (Druck  und  Vertrieb)  und  Universitätsbibliothek  (Erarbeitung)
  funktionierte  bis  Mitte  der  90er  Jahre.  15  Bände,  jeweils  zwei  Berichtsjahre
umfassend,  erschienen  auf  diese  Weise,  Band  15  für  1989/1990  im  Jahre  1992.  Die
Universitätsbibliothek,  gegründet  als  „wissenschaftliche  Allgemeinbibliothek  für
die  Literaturversorgung  der  Universität  in  Forschung  und  Lehre“39 40,  wuchs  durch
diese  Tätigkeit  in  die  Funktion  einer  Landesbibliothek  des  Saarlandes  hinein.  Seit
1996  sind  auch  Herausgabe  und  Vertrieb  der  Saarländische[n]  Bibliographie  Aufgaben
  der  Saarländische[n]  Universitäts-  und  Landesbibliothek.

39  Lorenz  Drehmann,  Initiativen  und  Aktivitäten  zur  Erschließung  des  Saarländischen
Schrifttums,  in:  Herrmann,  25  Jahre  Kommission  (wie  Anm.  12),  S.  33-39.  Die  Titel
dieser  Bibliographie  sind  seit  2009  als  Datenbank  in  der  Rheinland-Pfälzischen  Bibliographie
  des  Landesbibliothekszentrums  Rheinland-Pfalz  im  Internet  verfügbar.
40  Ebd.S.  37.

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