mannsware durch Wölferdingen führten, weigerten sich, dort Zoll zu entrichten,
weil sie schon in Saargemünd zollpflichtig seien123.
Für das Ausscheiden des Kellners Buchholtz am Jahreswechsel 1666/67 war eine
ganze Reihe von Gründen verantwortlich. Beim Kellner selbst hatten im Laufe
der Zeit verschiedene Misshelligkeiten für tiefe Unzufriedenheit gesorgt, und auf
Seiten des Freiherrn scheint sich der Unmut über die Amtsführung immer weiter
verstärkt zu haben. Der jahrelange Streit mit dem auf dem Blieskasteler Burgberg
tätigen Bauunternehmer Franz Kuckeisen von Wittlich scheint dabei eine nicht unerhebliche
Rolle gespielt zu haben. Meister Franz, noch jung und mit einem
schwierigen Charakter ausgestattet, wurde von den Brüdern von der Leyen sehr geschätzt124.
Gegen ihn kam der Kellner offensichtlich nicht an. In seinem Bericht
vom 23. September 1664 klagte er125, der Meister habe ihn in Burrweiler und St.
Wendel und allerorts diffamirt und ehrenletzlich durchgezogen, daß jedermann
von ihm zu reden habe. Die Specialia wolle er articulatim uffsetzen und dem Dompropsten
bei dessen Ankunft in lihello übergeben in der Hoffnung, der Adressat
werde ihm gnedige Satisfaction und Restitution honoris widerfahren laßen. Im
Sommer 1665 geriet Buchholtz in den Verdacht, er habe seine eigene, verendete
Kuh dem Freiherrn uffrechnen wollen. Vor allem Meister Franz tue sich in der üblen
Nachrede hervor. Hier läge angeblich auch die Ursache der scharfen Examinierung
seiner Rechnung. Buchholtz beteuerte seine Unschuld. Er habe unterdessen I.
Gn. große Ungnade gespürt. Er bitte, den primum denunciatem, Meister Franz, abzustrafen.
Dann bat er um seine Entlassung aus dem Amt. Damian Hartard ging auf
das Gesuch jedoch nicht ein. Schon Ende November 1665 hatte der Kellner erneut
Grund, sich über den Meister bitter zu beklagen126. Der Bauunternehmer warf ihm
vor, nicht genügend Baufuhren zur Verfügung zu stellen und ihn damit in seiner
Arbeit zu behindern. Buchholtz antwortete darauf mit einem umfangreichen Bericht
über den Einsatz der Wagen in der Vergangenheit und mit Gegenvorwürfen.
Um die Jahreswende 1665/66 kam es - wie bereits geschildert - zu den Misshelligkeiten
bei der neuen Geschäftsverteilung. Anfang Februar 1666 berichtete
Buchholtz seinem Herrn — wie ebenfalls bereits dargestellt - von dem Wirtshausstreit
des Meisters mit dem Schützen von Ormesheim, und nebenbei erwähnte er
auch den Streit von Franz mit dem alten Schweizer im Flecken {nur quisquilien).
In Rat Linden hatte der Kellner offenbar keine Stütze mehr, denn im Sommer gab
er ihm die Schuld am Verenden eines Maultieres127. Sozusagen das Maß voll
machten im November des Jahres die bereits erwähnten freiherrlichen Vorwürfe,
am Misserfolg der Verhandlungen mit Lothringen im Medelsheimer Streit mitschuldig
zu sein.
123 Bericht Buchholtz vom 23.9.1664 (a). Die Holzherren, Hun aus Saarbrücken, Zimmermann
und Scherff, flößten Wagenschott und Klopholtz (Mengenangaben!) durch beide
Wasserzollstätten.
I“4 Einige Hinweise zu seiner Person und Tätigkeit vgl. Läufer, Neue Baunachrichten (wie
Anm. 39), S. 84f.; ferner - auch zu den Auseinandersetzungen: Läufer, Blieskasteler
Schlossbau (wie Anm. 6), S. 24f., 29f., 32.
125 a.
26 Bericht Buchholtz vom 29.11.1665 (a). Mit 11 lA Seiten einer der umfangreichsten Berichte
des Kellners!
Bericht Linden an den Freiherrn vom 9.7.1666 (a).
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