Wendel bezogen wurde80. Der Gedanke, wie einige Nachbarn künftig lothringisches
Salz einzukaufen, erscheint erstmals im Bericht des Kellners vom 10. März
166681 *. Schon am 15. März gab Damian Hartard einem Herrn Moseler Instruktionen
für Verhandlungen, zunächst mit dem lothringischen Generalprokurator in
Wallerfangen87. Von der Leyen wurde dann schnell mit Lothringen einig, auch
weil sich der Kurfürst wegen des Zolls eingeschaltet hatte. Bereits am 6. April hatte
Moseler in der Saline Rozieres einen Vertrag ausgehandelt83, und fortan konnten
die vor allem von Medelsheim ausgehenden leyenschen Fuhren regelmäßig in
Dieuze Salz abholen84.
Was die Handhabung von Justiz und Polizei anging, so ist zu vermerken, dass
der Kellner ein Frevelregister führte. Frevel und Strafen wurden bei der jeweiligen
Anwesenheit des Freiherrn in Blieskastel examiniert und taxiert, bei dessen Abwesenheit
hin und wieder auch mit Hilfe des Blieskasteler Gerichts85. Mitunter fielen
größere Aktionen an: Am 23. September 1664 berichtete Buchholtz, er habe auftragsgemäß
in Münchweiler den dortigen Schultheißen Johannes Schmit vorm ganzen
Gericht und Münchweiler Gemeinde abgesetzt und ad interim Hans Nickel von
Gries an dessen Stelle gesetzt. Schmit erhielt drei Wochen Zeit, die angesetzten
Frevel zu zahlen86. Anfang 1666 legte der Kellner dem Freiherm die Ehebruchsache
(delictum adulterii) des Schultheißen von Medelsheim zur Entscheidung in
foro fori vor. Geklagt hatte Hermann von Sauweiler87.
Hin und wieder wird in den Quellen auch etwas von jener Alltagsdelinquenz
sichtbar, die sich aus der Zusammenballung einer zahlreichen Handwerkerschaft
unterschiedlicher Nationalität und auch Konfession ergab. Beim Wein in der Blieskasteler
Wirtschaft entstanden immer wieder Auseinandersetzungen. Auffallend ist
die häufige Beteiligung des trinkfreudigen Meisters Franz, was auch daran gelegen
haben mag, dass Buchholtz wegen seiner Feindschaft mit Franz dessen Delikte besonders
hervorhob. So berichtete er Anfang Februar 166 688, der Schütze Hans von
Ormesheim sei durch Meister Franz und andere dergestalt beängstigt worden wegen
seines mit ihm gehabten Streits, dass er sich bis heute nicht nach Hause getraut,
sondern sich continuierlich im Wald verberge. Näheres teilte der Kellner wenig
später mit89: Der Schütze und Meister Franz seien beim Wein [...] in Zanck gerathen.
Ersterer habe mit Totschießen gedroht und sei dann aus Furcht vor dem
80 Bericht Buchholtz vom 30.4.1662 (a).
81 Bericht Buchholtz (b).
87 b (hier auch weitere Akten).
83 Kopie in b. - Moseler verpflichtete sich, 100 Muids Salz zu 5 Dukaten pro Muid vor Ort
abzunehmen.
84 Im Juni 1666 holten vier Fuhren 11 Mutten Salz in Dieuze ab (1 Mutte zu 28 1/3 Fass,
pro Fass 4 Kopfstück Verkaufspreis in Blieskastel). Zehrung, Laderlohn, Zoll, Wegegeld
und Jura beliefen sich für die vier Wagen auf 13 Reichstaler (Bericht Buchholtz vom
25.6.1666, b). - Lommert berichtete am 20.10.1666 auch über die Wege, die die Fuhren
genommen hatten (b).
85 Bericht Buchholtz vom 11.3.1665 (a).
86 a. - Am 2.10.1664 teilte Buchholz mit, der amovirte Schultheiß wolle wegen der Frevel
zum Freiherm nach Trier reisen (a).
87 Bericht vom 27.2.1666 (b).
XK Bericht Buchholtz vom 6.2.1666 (b).
89 Bericht Buchholtz vom 28.2.1666 (b).