die Untertanen jedoch nichts wussten71. Im März 1665 meldete Buchholtz, der
Landschreiber von Zweibrücken habe Gelder einbehalten, weil der Admodiator zu
Wecklingen den Erbzins vom Herbitzheimer Fischwasser nicht entrichtet habe72.
Anfang Juli desselben Jahres ritt der Kellner nach Frauenberg. Die Gräfin von
Eberstein hatte durch ihren dortigen Amtmann vier Untertanen von Habkirchen,
deren Weiber zu Frauenberg leibeigen sein sollen, aufgefordert, binnen drei Monaten
ihre dortigen Güter wieder zu beziehen, sonst würden diese eingezogen73.
Öfters hatte der Kellner mit den lothringischen Festungskommandanten von Homburg
und Bitsch zu verhandeln, so mit letzterem wegen langanhaltender Zollstreitigkeiten
betreffend Medelsheim. Er musste sich vom Freiherm Ende 1666 jedoch
vorwerfen lassen, die Sache nicht energisch genug betrieben zu haben74.
Mehrere Streitfragen mit Nassau-Saarbrücken standen an, so 1665 um den St.
Ingberter Bann. Hier war eine Bannbegehung geplant. Deshalb wollte Buchholtz
den kurtrierischen Schultheißen von St. Wendel beiziehen78, der auch sonst tätig
wurde, wenn größere Kompetenz, Erfahrung und Gewicht in Verhandlungen einzubringen
waren. Zur selben Zeit wurde auch um Eschringen gestritten, für das
Nassau die Landesherrschaft beanspruchte. Der Kellner schlug dem Grafen Gustav
Adolf eine dortige Zusammenkunft der vier Herren vor79, die am 19. Februar stattfand,
aber ergebnislos endete. Um Ostern sollte ein Jahrgeding gehalten und ein
Schöffenweistum eröffnet werden, um die Abgaben festzulegen77. Weit über die
Möglichkeiten auch des neuen Kellners hinaus ging der außerordentlich schwere
Streit mit Nassau-Saarbrücken, der nach der Erwerbung des hohenzollerischhechingischen
Besitzes durch von der Leyen 1667 ausbrach und der erst 1670 mit
dem Austausch von Bübingen und Rösseln gegen Gersheim sein Ende fand. Hier
war nicht nur das persönliche Eingreifen Damian Hartards gefragt, sondern vor allem
die Machtmittel des Kurfürsten selbst 8. Den Höhepunkt markierte die Visitation
des Westrich durch den neuen Metzer Bischof D'Aubusson im Sommer 1669
auf Betreiben Karl Kaspars79.
Bei wichtigen Vorhaben benannte von der Leyen auch besondere Beauftragte,
so als es um den Bezug von lothringischem Salz ging. Bis 1666 hatte sich das Amt
Blieskastel mit niederländischem Salz versorgt, das über Köln, Bemkastel und St.
Berichte Buchholtz vom 29. und 31.12.1661 (a).
Bericht vom 11.3.1665 (a).
Bericht Buchholtz vom 5.7.1665 (a).
4 Berichte Buchholtz vom 28.2., 28.4., 3. und 17.11.1666 (b), auch Bericht Lommert vom
3.11.1666 (b).
Berichte Buchholtz vom 29.11. und 26.12.1665 (a). Über St, Ingbert wollte man am 4.3.
in Eschringen verhandeln (Bericht Buchholtz vom 17.2.1666; hier auch Auskünfte über
die hochrangige Zusammensetzung der Delegationen, b).
76 Bericht Buchholtz vom 26.12.1665 (a).
77 Bericht Buchholtz vom 27.2.1666 (b).
8 Schilderung der Ereignisse in: Läufer, Bübingen (wie Anm. 62), S. 146-153.
9 Wolfgang Läufer, Die erste Visitation des Metzer Bischofs im östlichen Teil der Diözese
Metz nach dem Westfälischen Frieden, in: Die alte Diözese Metz. Referate eines Kolloquiums
in Waldfischbach-Burgalben vom 21. bis 23. März 1990, hg. von Hans-Walter
Herrmann (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte
und Volksforschung 19), Saarbrücken 1993, S. 225-249.
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