ner wie Aufseher stellten ihm Ende des Jahres jedoch kein gutes Zeugnis aus. Obwohl
er ihm bereits zwei Hemden, drei Halstücher, ein Paar wollene Strümpfe, einen
Hut, ein rotes wollenes Hemd und zwei Paar Schuhe habe kaufen oder machen
lassen, wolle er noch mehr haben. Sein Begehren und Habenwollen übertrifft aber
seinen Fleiß, wozu er will getrieben sein, wie auch beschieß. Auch der neue Bäcker,
der Böhme, zeigte sich ebenfalls durchaus selbstbewusst. Als er bei einem Engpass
aufgefordert wurde, die ausgesetzte Hammel zu weiden, weigerte er sich* 46.
Etwas mehr erfahren wir vom Jäger. Am 5. Januar 1666 übersandte der Kellner
eine ganze Anzahl Vögel, die der neugedingte Jäger Anton gefangen hatte47. Er
war von Damian Hartard zu ebendiesem Zweck eingestellt worden. Bald forderte
er Quartier auf dem Schloss. Der Kellner hoffte, ihn auch in anderen Bereichen
einsetzen zu können, so - wenn er lesen und schreiben könne - beispielsweise als
Amtsbote. Er könne durch das Amt geschickt werden, die säumigen Schulder zur
Zahlung zu treiben, daneben auch dem kleinen Webwerk nachgehen48 49. Am 28. Februar
1666 übersandte der Kellner weiteres Wildbret, das der neue Jäger geliefert
hatte. Bei dieser Gelegenheit, teilte er mit, dieser habe neue Schuhe gefordert. Buchholtz
händigte ihm 2 Reichstaler für Strümpfe auf seinen Jahrlohn aus und erwartete
vom Freiherm weitere Befehle46. Wenig später berichtete der Kellner seinem Herrn,
der Jäger habe bis jetzt nur zwei Hasen geschossen. Er gehe zwar fleißig aus, trifft
auch ziemlich an, doch weil er nicht schießen kann, was liegenbleibt, vermeint, es
sei ihme was Böses geschehen50 51; er glaubte sich also verhext. Ende Oktober deutete
der Jäger an, im nächsten Jahr nicht bleiben zu wollen"1, ln der Hoffnung, mehr
Glück im Waidwerk zu haben, ging er am Jahresende nach Burrweiler. Wildbret
lieferten auch die herrschaftlichen Schützen in den einzelnen Orten. Sie hatten dort
zugleich den Weinschank, der ganz in der Hand des Freiherm lag.
Ein Gärtner wird nur gelegentlich erwähnt, allerdings nur als Briefbote"2. Als
solcher wurde auch der Pförtner eingesetzt'"3.
Die Herrschaft beschäftigte auch einen Fischer bzw. Forellenfänger. Im November
1665 fing dieser im Bebelsheimer Bach 200 Forellen, die alle in den
Wecklinger Weiher gesetzt wurden"4. Ende des Monats waren es 353 Forellen aus
dem St. Ingberter Bach, die teilweise in den dortigen Weiher eingesetzt wurden.
Ein weiterer Teil wurde eingesalzen zum freiherrlichen Hof in Trier gesandt; weitere
sollten mit Essig eingemacht werden. Man schickte dem Forellenfänger täglich
Fleisch, Käse und Brot hinaus; dennoch war er unzufrieden und forderte noch ei¬(Kleinodien
des rheinischen Hubertuskults, in: Heimatbuch Kreis St. Wendel 5
(1953/54), S. 79-85).
4" Bericht Buchholtz vom 29.11.1665 (a) und Bericht Lommert vom 29.12.1665 (b). Am
13.1.1666 schickte der Kellner dem Freiherm eine Spezifikation der seit der Anwesenheit
des Bäckers am 26.6. angefertigten Kleidung (b).
46 Berichte Buchholtz vom 28.4. und 16.5.(7)1666 (b).
4 Bericht Buchholtz vom 5.1.1666 (b).
Bericht Buchholtz vom 21.1.1666 (b).
49 Bericht Buchholtz vom 28.2.1666 (b).
5l} Bericht Buchholtz vom 16.5.(7) 1666 (b).
51 Bericht Lommert vom 20.10.1666 (b)
"2 So in den Berichten von Buchholtz vom 20.11.1664 (a) und 6.11,1665 (a).
Bericht Buchholtz vom 14.9.1662 (a).
4 Bericht Buchholtz vom 6.11.1665 (a).
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