nötigen Baugelder zu kümmern, die Raderus beim Kurfürsten zu beschaffen16 und
die Buchholtz immer wieder in Trier abzuholen und den Bauleuten auszuzahlen
hatte. Mitte 1663 - als auch das Bauwesen in einer kritischen Phase stand1 -
musste auch Kurfürst Karl Kaspar nicht nur die außerordentliche Belastung der
Untertanen erkennen, sondern auch feststellen, dem Kellner fallet zu viel, auf alles
Aufsicht zu haben. So sollte Linden wie bisher in Blieskastel in allem gute Anstalt
machen 8 19. Man überlegte, einen Amtmann einzustellen, der vor allem die Jurisdictionalia
beobachten sollte - hatte auch bereits einen Kandidaten aber dann siegte
doch die Sparsamkeit oder eher der Geiz der Brüder von der Leyen: Da Damian
Hartard öfter als bisher in Blieskastel weilen werde - wie Karl Kaspar hoffte
könne dieser die dortigen Jurisdictionalia selbst handhaben.
Im Grunde gab es für Buchholtz in all diesen Jahren keinen normalen Verwaltungsalltag.
Im Gegensatz zu den 1670er Jahren14 waren es allerdings Friedensjahre,
auch wenn kriegerische Auseinandersetzungen das Land immer wieder berührten.
Im Folgenden soll versucht werden, aus den erwähnten Berichten einen
solchen Verwaltungsalltag in seinen einzelnen Facetten lebendig werden zu lassen20.
Das wird dadurch erleichtert, dass die Nachrichten über das Bauwesen hier
weitgehend ausgeklammert bleiben können, ebenso über die erwähnte Weinversorgung
des Landes21. In beide Bereiche war Buchholtz - wie schon gesagt - ebenfalls
sehr stark eingespannt. In den ersten Jahren wurde er unterstützt durch den
Aufseher und Schreiber Hans Velten (Valentin)22, dann ab Herbst 1665 durch sei¬16
Buchholtz berichtete am 20.11.1664, dringend benötigte 600 Reichstaler bei Raderus angefordert
zu haben (a). Am 16.8.1665 (a) bat er den Freiherm, über Raderus 200 Reichstaler
schicken zu lassen, was auch geschah (Bericht Buchholtz vom 19.9.1665, a); damals
hatte Raderus auch Nägel besorgt (Bericht Buchholtz vom 17.9.1665, a ).
1 Läufer, Neue Forschungen (wie Anm. 4), S. 25-27.
IS Kurfürst an den Freiherm am 1.7. und 12.8.1663 (LHA Ko 48, Nr. 780). Hier auch das
Nachfolgende. - Einige Schreiben Lindens an den Freiherm vom Sommer 1666 in a.
19 Hinweise auf die schwierige Situation auf dem Blieskasteler Schlossberg während des
Holländischen Krieges, mit denen der leyensche Amtmann Johann Simon Rosinus (t
1710) fertig werden musste, bei Wolfgang Läufer, „...stehet über alle Maßen royall und
sehen ...“. Neue Forschungen zur Baugeschichte der Orangerie in Blieskastel, in:
Saarpfalz 2008, H. 1, S. 23-33, hier S. 23f.). Die zahlreichen Berichte von Rosinus befinden
sich im LA Sb vdL, Nr. 2969a. Vgl. die knappen Hinweise zu seiner Biographie bei
Krämer, Amtmänner (wie Anm. 8), S. 288.
211 Vergleichsarbeiten scheinen für unseren Raum selten zu sein. Zu verweisen wäre etwa
auf die Beiträge von Eduard Ludwig Seibert, Die Amtskeller von Nohfelden, in: Heimatbuch
Kreis St. Wendel 5 (1953/54), S. 92-97, und Ders., Die Kellerei-Rechnungen
des Amtes Nohfelden, in: Heimatbuch Kreis St. Wendel 6 (1955/56), S. 151-159.
21 Zum Bauwesen vgl. Anm. 4; zur Weinversorgung vgl. Wolfgang Läufer, Pfälzer Wein
in der von der Leyenschen Herrschaft Blieskastel im 17. und 18. Jahrhundert, in: Mitteilungen
des Historischen Vereins der Pfalz 100 (2002), S. 281-302; DERS., Pfälzer Wein in
der Leyen-Herrschaft Blieskastel im 17./18. Jahrhundert, in: Saarpfalz, Sonderheft 2007,
S. 27-40.
22 Erwähnt im Bericht des Kellners vom 23.9.1664 (a); hier werden auch seine verschiedenen
Tätigkeiten genannt, ferner im Bericht vom 17.9.1665 (a): Valentin wolle sich
bald auf Reise begeben. - Der Aufseher erscheint in den Quellen auch als Haus- und Kellereischreiber.
Ein Rest der zeitgenössischen Blieskasteler Hausschreibereirechnungen
im LHA Ko 48, Nr. 1289.
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