Handelsmann und Unternehmer erscheinende Bernhard Bruch"; er war wohl als
Blieskasteler Kellner Vorgänger von Gardun. Auch die örtlichen Meier und
Schultheißen dürften von Buchholtz zu Verwaltungsaufgaben herangezogen worden
sein; die hier benutzten Quellen geben dazu allerdings keine Auskunft, ln den
nachfolgenden Jahren waren - sozusagen als obere Verwaltungsinstanzen - der
erwähnte Kammerdirektor Linden zuständig für die allgemeine Verwaltung und
der kurtrierische Landrentmeister Georg Raderus1“ für die Finanzierung des Blieskasteler
Bauwesens. Um die Jahreswende 1661/62 begann Buchholtz, regelmäßig
seinem meist auswärts weilenden Herrn ausführlich zu berichten. Die dichte, aber
nicht ganz vollständige Reihe der Schreiben - im Jahr 1663 weilte Damian Hartard
als kurtrierischer Gesandter in Regensburg - reicht bis Ende 1666, als Buchholtz
wegen Differenzen mit dem Dompropsten seinen Dienst quittierte. Für die Zeit ab
Ende 1665 kommen auch ergänzende Berichte seines Vertreters hinzu, des Aufsehers
Matthias Lommert11 13, dann auch einzelne Berichte ihrer Nachfolger. Damian
Hartard ließ sich übrigens mit voller Absicht aus Blieskastel sowohl von Kellner
als auch Aufseher berichten, denn damit wollte er möglichen Unregelmäßigkeiten,
wenn nicht sogar Betrügereien auf die Spur kommen14. Nach seiner Anstellung
Ende 1665 beteuerte Lommert ausdrücklich, wahrhaftig berichten zu wollen15.
Buchholtz stand vor einer nicht einfachen Aufgabe. Neben dem Amt Blieskastel
hatte er das Unteramt (Glan-)Münchweiler mit Otterbach zu betreuen. Engstens zusammenzuarbeiten
war auch mit dem Amt Burrweiler an der Weinstraße, aus dem
das Blieskasteler Land jahrhundertelang mit Wein versorgt wurde. Überblickt man
die Fülle der Aufgaben, so hatte sich der Kellner um die Landesverteidigung zu
kümmern, die auswärtigen Beziehungen zu pflegen, die Bereiche Justiz, Polizei,
Steuern, Wirtschaft und die allgemeine Verwaltung zu handhaben und insgesamt
die Rechte seines Herrn zu wahren. Vor allem hatte er in den ersten Jahren den
Wiederaufbau des Blieskasteler Landes voranzutreiben und in seiner gesamten
Dienstzeit musste er mit den zahlreichen Anforderungen zurechtzukommen, die
sich durch die umfangreichen jahrelangen Bauarbeiten auf dem Schlossberg ergaben.
Hier hatte er sich neben der Organisation des Fuhrwesens vor allem um die
11 Einige Hinweise bei Ernst-Jacob MOHR, Hofgut Neuweiler in Nassau-Saarbrücken,
Neuweiler 1997, S. 2f. Bruch stand 1662-1664 auch mit dem Trierer Kurfürsten in Geschäftsbeziehungen;
so lieferte er große Mengen Fassdauben und Steinkohlen nach Trier
(LA Sb vdL, Nr. 6823). Vgl. auch Krämer, Amtmänner (wie Anm. 8), S. 288.
12 Er war wohl im Ehrenamt Zunftmeister der Trierer Wollweber (Barth, Untersuchung,
wie Anm. 8, S. 180).
" Die Berichte finden sich in zwei Aktenbänden des Bestandes von der Leyen im Landesarchiv
Saarbrücken (Nr. 2660/61 = a und 2662 = b). Sie wurden von mir bereits für
die erwähnten baugeschichtlichen und andere Beiträge benutzt. Die Bände enthalten
nicht die Konzepte der Schreiben des Freiherrn; relativ selten sind seine Randglossen auf
den Berichten.
14 Ende 1665 waren dem Freiherm unterschiedliche Zahlen aufgefallen: Kellner Buchholtz
hatte von neun Schafen berichtet, die von Wölfen schwer verletzt und in der Küche geschlachtet
worden waren, Lommert jedoch nur von acht (fünf weitere waren vollständig
zerrissen worden) (Berichte Lommert vom 1. u. 28.11.1665, b). Eine weitere Unrichtigkeit
war Damian Hartard damals bezüglich der Zahlen über Weinlieferungen aus Burrweiler
aufgefallen (Bericht Lommert vom 3.12.1665, b).
15 Bericht vom 28.11.1665 (b).
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