Full text: Historische Blicke auf das Land an der Saar

bergen als wir elüdt zu dieser zyt angefangen hain zu dhon1]. Bis dahin existierte 
in St. Wendel nur eine Pilgerherberge vor der untersten Stadtpforte, die seit 1295 
im sogenannten Wendalinshaus belegt ist72. 
Das Hospital in Saarburg wurde wahrscheinlich im 14. Jahrhundert errichtet. 
Den Bauplatz in der Saarburger Unterstadt am Saarufer schenkte Peter von Man¬ 
dern an die St. Laurentius-Kirche 3, die im Mittelalter nie Pfarrkirche wurde, doch 
der Zeitpunkt ist nicht bekannt. Dafür erfahren wir an diesem Beispiel etwas mehr 
von einer Funktion, die häufiger von Hospitälern ausgeübt wurde74. Viele verfüg¬ 
ten nämlich über mehr oder weniger umfangreichen Güterbesitz und zogen Renten 
ein. Ein derartiges Güter- und Rentenverzeichnis ist im Falle des Saarburger Hos¬ 
pitals von 1411 überliefert und stellt den ältesten Beleg für seine Existenz dar75. 
Ein weiteres Register, das 1469 einsetzt, zählt nicht nur die Geld- und Immobilien¬ 
schenkungen auf, sondern auch die Renteneinkünfte und es enthält eine Liste der 
von 1489-1514 gewährten Kredite76. 
Vom Hospital in Merzig erfahren wir erst 1443, als Erzbischof Jakob V. von 
Trier einen Streit zwischen der Gemeinde Merzig und dem Propst der Prämonstra- 
tenser schlichten musste wegen der Verteilung des Opfergeldes aus der Hospitals¬ 
kapelle77. Die Gemeinde des Dorfes Merzig betonte, dass sie Gott, der hl. Dreifal¬ 
tigkeit, Unserer Lieben Frau, St. Elisabeth Wittib und allen Heiligen zu Ehren und 
armen und kranken Leuten und Pilgern zu Hilfe und Trost ein Hospital und einen 
Altar zum Gottesdienst mit Messen hatte weihen lassen, das also offenbar jüngeren 
Datums war, weswegen die Prämonstratenser, die die Seelsorge in Merzig ausüb¬ 
ten, dagegen opponierten. 
Sehr spät ist auch die Hospitalgründung in Zweibrücken erfolgt. Erst 1480 
wandten sich Bürgermeister und Gemeinde an Herzog Ludwig von Pfalz-Zweibrü¬ 
cken, um seine Unterstützung zur Errichtung eines Hospitals zu erhalten, zur not- 
turff armen lüde vnd elender mentschen, die by yne zü vnd abe wandelent. Der ge¬ 
währte ihnen denn auch am 12. Mai 1480 eine Almosensammlung und machte ei¬ 
1 Franz J. GRÄFF, Das Hospital St. Wendel - eine Stiftung aus dem Jahr 1455, in: St. Wen¬ 
del. 650 Jahre Stadt, St. Wendel 1982, S. 63-67; 500 Jahre Hospital St. Wendel 1455- 
1955, Sankt-Wendel 1955. Bei der Datierung auf 1415 durch Herrmann, Städte im Ein¬ 
zugsbereich der Saar (wie Anm. 3), S. 311, handelt es sich wohl um eine Verschreibung. 
500 Jahre Hospital St. Wendel (wie Anm. 71), S. 8. 
Fritz Beisel, Geschichte der Stadt Saarburg von den Anfängen bis zum Ausgang des 18. 
Jahrhunderts, in: Saarburg. Geschichte einer Stadt, Bd. I: Im Strom der Zeiten, Saarburg 
1991, S. 17-165, hier S. 75. 
So unter anderem auch das Bürgerspital in Saint-Avold; vgl. oben zu Anm. 20. 
Nikolaus Ritzler, Burg und Kreisstadt Saarburg Bez. Trier und geschichtliche Nachrich¬ 
ten über adelige Familien, Burgen und Ortschaften im Kreise, Saarburg 1912, S. 81-89, 
hier S. 83f. 
76 Eduard Lichter, Das Register des Hospitals zu Saarburg (1469-1514), in: 1000 Jahre 
Saarburg 964-1964, Saarburg 1964, S. 33-43; Beisel, Geschichte der Stadt Saarburg 
(wie Anm. 73), S. 76. 
Wilhelm Laubenthal, Merzigs St. Elisabethenhospital, in: Festschrift aus Anlaß der 
Restaurierung der Propstei- und Pfarrkirche St. Peter Merzig, Merzig 1966, S. 53-57. 
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