Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

cm  in  der  Höhe-’.  Die  Lagenanzahl  der  Hefte  variiert  stark.  Der  Umfang  der  Rechnungshefte
  schwankt  von  15  bis  58  Blatt  pro  Rechnung,  wobei  der  Durchschnitt
bei  31,8  folia  pro  Rechnung  liegt.  Der  gesamte  aus  dem  15.  Jahrhundert  (1434/35
bis  1503/04)  überlieferte  Bestand  an  Rechnungen  aus  Kirkel  umfasst  921  folia.
Darüber  hinaus  lagern  im  Landesarchiv  Speyer  sechs  weitere  Rechnungshefte,  die
infolge  von  starken,  kriegsbedingten  Schäden  (Wasser,  Schimmel  etc.)  nicht  ediert
werden  können.
Nr.  628,  1434/35
Nr.  628,  1438/39
Nr.  629,  1444/45
Nr.  631,  1447/48
Nr.  632,  1448/49
Nr.  634,  1451/52
Nr.  635,  1452/53
Nr.  636,  1454/55
Nr.  660,  1456/57
Nr.  637,  1457/58
Nr.  638,  1458/59
Nr.  639,  1462/63
Nr.  640,  1463/64
Nr.  643,  1466/67
Nr.  646,  1468/69
Die  Laufzeit  der  Rechnungen  reicht  in  der  Rege!  von  einem  Fastensonntag
(meist  Reminiscere  oder  Invocavit)  zum  selben  Fastensonntag  des  Folgejahres;  so
scheint  das  Rechnungsjahr  an  die  Jahreszählung  nach  dem  Stil  des  Bistums  Metz
(inxta  stilum  Metensem)  angelehnt  zu  sein,  zu  dem  ein  großer  Teil  des  Herzogtums
Pfalz-Zweibrücken  gehörte.  Generell  werden  nicht  nur  Naturalien  (vor  allem  Roggen
  (körn),  Hafer  und  Wein),  sondern  auch  Geld  vom  Keller  zu  Kirkel  abgerechnet,
  der  dem  Amtmann  von  Zweibrücken  unterstand,  aber  -  im  Unterschied  zu  den
pfalz-zweibrückischen  Kellern  in  Nohfelden  und  Zweibrücken  -  nicht  nur  die  Naturalienrechnung,
  sondern  auch  die  ansonsten  dem  Amtmann  vorbehaltene  Geldrechnung
  führen  durfte.
Die  Kirkeler  Rechnungen  gehören  zur  zweiten  Generation  spätmittelalterlicher
Territorialrechnungen,  die  ab  dem  14.  Jahrhundert  bereits  differenziertere  Textblöcke
  aufweisen  und  ab  den  1340er  Jahren  in  Heftform  geführt  wurden24.  Jede
Buchung  beginnt  in  einer  neuen  Zeile.  Auf  dem  Titel-  beziehungsweise  Deckblatt
der  meisten  Rechnungen  wird  das  in  dem  betreffenden  Jahr  in  der  Burg  und  in  der
Kellerei  (Amt)  Kirkel  ansässige  beziehungsweise  beschäftigte  Personal,  teils  mit
Namen,  teils  mit  Funktionsbezeichnungen,  angegeben;  woraus  sich  die  personelle
Entwicklung  der  landesherrlichen  Verwaltung  auf  der  Amtsebene  nachvollziehen
lässt.  Die  Rechnungen  wurden  von  einem  Keller  (oder  Kellner)  geführt,  der  seinen
Amtssitz  in  der  Burg  hatte.  Der  im  späten  Mittelalter  und  zu  Beginn  der  frühen
Neuzeit  fest  etablierte  Begriff  „Kellerei  Kirkel“  wurde  in  der  zweiten  Hälfte  des

Nr.  648,  1472/73
Nr.  649,  1473/74
Nr.  651,  1476/77
Nr.  652,  1477/78
Nr.  653,  1479/80
Nr.  654,  1479  (Fischrechnung)
Nr.  655,  1481/82
Nr.  657,  1483/84  (Geld)
Nr.  658,  1483/84  (Naturalien)
Nr.  659,  1486/87
Nr.  663,  1488/89
Nr.  667,  1493/94
Nr.  668,  1495/96
Nr.  673,  1503/04

Zur  Veranschaulichung  vgl.  die  Kopie  einer  Seite  des  Originals  und  ihre  Transkription
im  Anhang
'4  Mersiowsky,  Die  Anfänge  territorialer  Rechnungslegung  (wie  Anm.  1),  S.  113.
132
            
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