Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

Die  Kommission  für  Saarländische  Landesgeschichte  und
Volksforschung  e.V.  -  1951/52  bis  2012
Maria  Elisabeth  Franke

Gründung
Zur  Erforschung  der  saarländischen  Landesgeschichte  existieren  im  Jahre  2012
mehrere  Institutionen,  Vereine  und  Verbände,  die  auch  publizistisch  tätig  sind:  Das
Landesarchiv  des  Saarlandes,  das  seit  2005  eine  eigene  Schriftenreihe  herausgibt
{Historische  Beiträge  des  Landesarchivs  Saarbrücken,  Echolot),  der  Historische
Verein  für  die  Saargegend  e.  V.  (jährlich  Zeitschrift  für  die  Geschichte  der  Saargegend
  sowie  Einzelveröffentlichungen),  das  Institut  für  Landeskunde  im  Saarland
(seit  1959,  Schriftenreihe  Veröffentlichungen  des  Instituts  für  Landeskunde  im
Saarland),  die  Gesellschaft  für  Volkskunde  im  Saarland  (seit  1992,  bisher  drei  Einzelpublikationen),
  der  Landesverband  der  historisch-kulturellen  Vereine  des  Saarlandes
  e.V.,  dem  bisher  um  die  50  lokale  Geschichts-  und  Heimatvereine  beigetreten
  sind  (Quartalsschrift  saargeschichte(n),  zusammen  mit  dem  Historischen
Verein  für  die  Saargegend).  Auch  diverse  Lehrstühle  verschiedener  Fachrichtungen
  der  Universität  des  Saarlandes  treten  teils  regelmäßig,  teils  sporadisch  mit
Veröffentlichungen  zur  saarländischen  Landesgeschichte  hervor  (Geschichte,  Germanistische
  und  Romanistische  Sprachwissenschaften,  Geographie,  Kirchengeschichte,
  Vor-  und  Frühgeschichte,  Archäologie,  Wirtschafts-  und  Sozialgeschichte,
  Mediengeschichte,  Rechtsgeschichte  und  weitere  Fächer).
Als  die  Kommission  für  Saarländische  Landesgeschichte  und  Volksforschung
durch  Verordnung  der  Regierung  Hoffmann  vom  7.  Juni  1951  begründet  wurde1,
gab  es  keine  staatliche  oder  private  Einrichtung,  die  die  wissenschaftliche  Beschäftigung
  mit  der  Geschichte  der  Saarregion  als  ihren  Daseinszweck  erklärt  hätte.  Die
Universität  des  Saarlandes  bestand  als  Volluniversität  gerade  einmal  seit  knapp
drei  Jahren2.  Das  auf  Veranlassung  der  französischen  Militärregierung  ebenfalls  im
Jahr  1948  gegründete  Landesarchiv,  zunächst  als  Referat  innerhalb  des  Informationsamtes,
  nahm  seine  eigentliche  fachliche  Arbeit  erst  Anfang  der  60er  Jahre
auf1.  Der  „älteste  und  größte  Geschichtsverein  an  der  Saar“,  der  seit  1839  bestehende
  „Historische  Verein  für  die  Saargegend“,  der  seinen  Vereinszweck  in  der
Vergangenheit  hauptsächlich  im  Sammeln  von  Überresten  der  Vor-  und  Frühgeschichte
  der  Saarregion  und  in  der  Pflege  der  so  entstandenen  beeindruckenden
Sammlung  gesehen  hatte,  war  unter  das  allgemeine  Vereinsverbot  der  Alliierten

1  Sie  wurde  im  Amtsblatt  des  Saarlandes  Nr.  29  vom  6.  Juli  1951,  S.  831-833  veröffentlicht.

Armin  Heinen,  Sachzwänge,  Politisches  Kalkül,  konkurrierende  Bildungstraditionen.
Die  Geschichte  der  Universität  des  Saarlandes  1945-1955,  in:  Universität  des  Saarlandes
1948-1988,  hg.  im  Auftrag  des  Universitätspräsidenten  von  Armin  Meinen  und  Rainer
Hudemann,  Saarbrücken  21989,  S.  21-62.
Wolfgang  Läufer,  50  Jahre  Landesarchiv  Saarbrücken,  in:  Der  Archivar  51  (1998),  Sp.
685-687.

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