suchten Burgen des Saarlandes. Insbesondere die nach den neuesten archäologischen
Methoden erarbeitete zeitliche Abfolge der einzelnen Bauphasen sowie die
umfassende Bearbeitung der Keramikfunde als Fundgruppe von zentraler Wichtigkeit
für die Datierung mittelalterlicher Grabungsbefunde zählen zu ihren Verdiensten'0.
Dagegen blieben die historischen Arbeiten über die Burg21 hinter ihren Möglichkeiten
deutlich zurück, weil eine Edition der Rechnungsserien fehlt. Die Rechnungen
konnten bisher immer nur in kleinsten Ausschnitten ansatzweise berücksichtigt
werden, zum Beispiel für die Rekonstruktion einzelner Baumaßnahmen an
der Burg Kirkel. Die geplante Edition des gesamten Rechnungsbestandes aus dem
späten Mittelalter und seine geschichtswissenschaftliche Auswertung soll einerseits
die Grundlagen für eine spätere fachübergreifende Zusammenarbeit mit der Archäologie
legen, andererseits zentrale Quellen für die mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte
und die zunehmend interdisziplinär betriebene Burgenforschung zur
Verfügung stellen. Im letztgenannten Bereich sind die Rechnungen neben einzelnen
Urkunden, Inventaren, Burgfriedensverträgen als eine zentrale, eigenständige
Quellengattung zu bewerten.
Von den Kirkeler Kellereirechnungen sind 29 Flefte aus dem 15. Jahrhundert erhalten,
die sich aufgrund ihres Erhaltungszustandes für eine Edition eignen22. Es
handelt sich um halbbrüchige Papierhandschriften in der üblichen Größe für verwaltungsinterne
Schriftstücke von etwa 9 bis 10 cm in der Breite und 25,5 bis 27
20 Christel Bernard, Ausgrabungen auf der Burg Kirkel (Vorbericht), in: Saarpfalz, Blätter
für Geschichte und Volkskunde 1995, Heft 1, S. 5-24; Dies., Grabungskampagnen 1995
und 1996 auf Burg Kirkel, in: Saarpfalz, Blätter für Geschichte und Volkskunde 1997,
Heft 1, S. 16-33; Dies., Die Grabungen auf der Burg Kirkel, in: Weinpokal und Rosenkranz,
Archäologisches aus Burgen und Kirchen des Saarlandes, Katalog zur Ausstellung
des Museums für Vor- und Frühgeschichte, hg. von Andrei Miron, Saarbrücken 2000, S.
129-138; Dies., Keramik auf Burg Kirkel, ebd., S. 139-146; Dies., Die Grabungen auf
der Burg Kirkel, in: ebd., S. 129-138; Dies., Kirkel, in: Jürgen Keddigkeit, Karl Scherer,
Eckhard Braun, Alexander Thon und Rolf Übel (Hg.): Pfälzisches Burgenlexikon,
Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde (Beiträge zur pfälzischen Geschichte
12,3), Band: 1-N, Kaiserslautern 2005, S. 143-158; Alexander Recktenwald, Die „Zisterne“
auf der Burg Kirkel, in: Saarpfalz, Blätter für Geschichte und Volkskunde 1995,
Heft 1, S. 25-26.
_l David Ecker, Kirkel-Neuhäusel und seine Burg, Saarbrücken 1938; Stefan Flesch, Burg
Kirkel, in: Joachim Conrad und Stefan Flesch (Hg.), Burgen und Schlösser an der Saar,
3. erweiterte und neu gestaltete Auflage, Saarbrücken 1993, S. 346-349; Hans-Walter
Herrmann, Zur Geschichte der Burg Kirkel, in: Weinpokal und Rosenkranz (wie vorausgehende
Anm.), S. 123-127; Kurt Hoppstädter, Burg Kirkel, in: Kurt Hoppstädter
und Hans-Walter Herrmann (Hg.), Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes 1: Vom
Faustkeil zum Förderturm, Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend
e.V., Neue Folge, Heft 2, 1969, 21977, 31983, S. 168-172; zur Geschichte der Burg unverzichtbar
auch Hans-Walter Herrmann, Die Herren von Kirkel, in: Kurt Hoppstädter,
Hans-Walter Herrmann und Hanns Klein (Hg.), Geschichtliche Landeskunde des
Saarlandes 2: Von der fränkischen Landnahme bis zum Ausbruch der französischen Revolution,
Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend e.V., Neue Folge,
Heft 4, Saarbrücken 1977, S. 274-278.
Landesarchiv Speyer, B 3, Nr. 628 bis Nr. 673 (mit Lücken).
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