Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

Quellen  zum  landesherrlichen  Rechnungswesen
an  Saar,  Mosel  und  Rhein  im  späten  Mittelalter
Hans-Joachim  Kühn

Das  landesherrliche  Rechnungswesen  ist  erst  in  jüngerer  Zeit  wieder  verstärkt  und
erstmalig  in  Form  eines  flächendeckenden  Überblicks  bearbeitet  worden.  Mark
Mersiowskys  Dissertation  über  die  erhaltenen  Rechnungen  des  nordwestdeutschen
Raums  aus  dem  Jahr  2000  gilt  inzwischen  als  Standardwerk1.  Parallel  dazu  und  im
Anschluss  daran  bemüht  sich  Mersiowsky  um  einen  ähnlichen  Überblick  über  die
Überlieferungslage  im  Südwesten  Deutschlands  (heute:  Baden-Württemberg)2.  Für
den  Westen  Deutschlands  im  engeren  Sinne  (heute:  Saarland  und  Rheinland-Pfalz)
fehlt  ein  solcher  Überblick,  so  dass  für  die  Region  des  Westrichs,  der  Kirkel  zuzuordnen
  ist  und  die  die  heutige  Westpfalz,  die  Saarregion  und  Deutschlothringen

1  Marc  Mersiowsky,  Die  Anfänge  territorialer  Rechnungslegung  im  deutschen  Nordwesten.
  Spätmittelalterliche  Rechnungen,  Verwaltungspraxis,  Hof  und  Territorium  (Residenzenforschung
  9),  Stuttgart  2000;  vgl.  auch  Ders.,  Rechnungen,  in:  Höfe  und  Residenzen
  im  spätmittelalterlichen  Reich.  Hof  und  Schrift  (Residenzenforschung  15/III),  hg.
von  Wolfgang  Para  vicini,  bearb.  von  Jan  Hirschbiegel  und  Jörg  Wettlaufer,  Ostfildern
  2007,  S.  531-551,  hier  S.  537:  „Erst  auf  Basis  aller  erhaltenen  Rechnungen  kann
man  sich  ein  Bild  über  den  Hof  und  seine  Versorgung  machen,  wobei  man  sich  immer
bewußt  sein  muß,  daß  auch  das  Erhaltene  immer  noch  Lücken  aufweisen  kann.  Im  Bereich
  der  Rechnungen  verbiete  sich  fast  immer  das  argumentum  e  silentio“;  ferner  Ders.,
Finanzverwaltung  und  Finanzkontrolle  am  spätmittelalterlichen  Hofe,  in:  Hofwirtschaft.
Ein  ökonomischer  Blick  auf  Hof  und  Residenz  in  Spätmittelalter  und  Früher  Neuzeit
(Residenzenforschung  21),  hg.  von  Gerhard  Fouquet,  Jan  Hirschbiegel  und  Wolfgang
Paravicini,  Ostfildern  2008,  S.  171-189;  für  Hessen  vgl.  Elisabeth  Orth,  Amtsrechnungen
  als  Quelle  spätmittelalterlicher  Territorial-  und  Wirtschaftsgeschichte,  in:  Hessisches
  Jahrbuch  für  Landesgeschichte  29  (1979),  S.  36-62;  Mark  Mersiowsky,  Die
Rechnungen  Heinrichs  VI!.  als  Spitze  des  Eisberges?  Rechnungsüberlieferung  und  Rechnungswesen
  des  Reiches  im  frühen  14.  Jahrhundert,  in:  Vom  luxemburgischen  Grafen
zum  europäischen  Herrscher.  Neue  Forschungen  zu  Heinrich  VIL,  hg.  von  Ellen  Widder
unter  Mitarbeit  von  Wolfgang  Krauth  (Schriften  des  CLUDEM  23),  Luxemburg  2008,
S.  225-268;  Ders.,  Römisches  Königtum  und  Rechnungslegung  im  13.  und  frühen  14.
Jahrhundert,  in:  Deutsches  Archiv  für  Erforschung  des  Mittelalters  64  (2008),  S.  547-578;
  Michael  Rothmann,  „Damit  aber  wir  sovil  besser  hinder  die  sach  kommen.“  Zentrum
  und  Peripherie  -  Das  Rechnungswesen  der  Landgrafen  von  Hessen  und  der  Grafen
von  Isenburg  im  Übergang  vom  15.  und  16.  Jahrhundert,  in:  Adel  und  Zahl:  Studien  zum
adligen  Rechnen  und  Haushalten  in  Spätmittelalter  und  früher  Neuzeit  (Pforzheimer  Gespräche
  zur  Sozial-,  Wirtschafts-  und  Stadtgeschichte  1),  hg.  von  Gerhard  FOUQUET  und
Harm  VON  Seggern,  Ubstadt-Weiher  2001,  S.  42-78.
2  Marc  Mersiowsky,  Spätmittelalterliche  Rechnungen  als  Quellen  zur  südwestdeutschen
Burgengeschichte,  in:  Burgen  im  Spiegel  der  Überlieferung  (Oberrheinische  Studien  13),
hg.  von  Hermann  Ehmer,  Sigmaringen  1998,  S.  123-162,  dort  S.  128:  „Eine  umfassende
Übersicht  der  südwestdeutschen  Territorial-  und  Herrschaftsrechnungen  steht  leider  nicht
zur  Verfügung,  ebenso  wenig  wie  eine  solche  für  das  ganze  mittelalterliche  Reich.  [...]
Statt  schnell  auf  eine  Zusammenstellung  oder  gar  Edition  zurückgreifen  zu  können,  ist
man  auf  umfassende  Recherchen  in  den  Archiven  der  Region  angewiesen.“  Der  Forschungsstand
  ist  unverändert  geblieben.

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