Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

In  Zusammenhang  mit  der  Frage,  wie  diese  Objekte  in  die  Saargegend  gelangt
sein  könnten,  sind  die  Femhandelsrouten  zu  beachten:  Die  aus  der  Île-de-France
kommende  Straße  führte  über  Metz  ,  Saarbrücken  und  Kaiserslautern  zum  Rhein40,
und  eine  Verbindung  von  Flandern  zur  Lombardei  verlief  durch  das  mittlere  Saartal.
  Burg  Kirkel  liegt  zwar  25  km  abseits  des  Saartals,  jedoch  unmittelbar  an  der
via  regalis  in  ca.  80  Wegkilometern  Entfernung  zu  Metz.  Gewiss  ist  es  hauptsächlich
  diese,  Westen  und  Osten  verbindende  Handelsstraße,  die  die  Fundorte  in
der  Saargegend  mit  einem  angenommenen  Produktionsort  Metz  verbindet.  Interessant
  wäre  insofern  zu  wissen,  ob  dieses  exklusive  Geschirr  auch  auf  anderen
Adelssitzen  entlang  dieser  Route  seinen  Niederschlag  gefunden  hat,  z.  B.  in  Oberhomburg
  (Hombourg-Haut).  Man  muss  in  Anbetracht  ihrer  geringen  Zahl  ferner
fragen,  ob  denn  die  Gefäße  überhaupt  als  Handelsgut  in  unsere  Gegend  gelangten.
Vielleicht  wurden  sie  individuell  in  Metz  oder  anderenorts  erstanden  und  in  die
Saargegend  gebracht,  oder  sie  wurden  als  Geschenke  in  unsere  Region  geschickt.
Hier  muss  der  archäologische  Befund  viele  Fragen  offen  lassen,  deren  Klärung
vielleicht  künftig  durch  die  Auswertung  der  schriftlichen  Überlieferung  erfolgen
kann.
Literaturverzeichnis
Beiträge  zum  1.  Saarländischen  Burgensymposion,  hg.  von  Hans-Joachim  KÜHN,
Saarbrücken/Münster  2009.
Christel  Bernard,  Die  Keramikfunde  vom  Alten  Brühl  in  Völklingen,  in:  Wiege
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hg.  von  Joachim  Conrad,  Saarbrücken  2010,  S.  149-190.
Dies.,  Die  Gefäßkeramik  saarländischer  Burgen  -  ein  Forschungsdesiderat.  Erste
Einblicke,  in:  Beiträge  zum  1.  Saarländischen  Burgensymposion,  hg.  von  Hans-Joachim
  KÜHN,  Saarbrücken/Münster  2009,  S.l  1-46.
Dies.,  Die  Keramik  im  spätmittelalterlichen  Kreuzgangbereich  des  Stiftes  St.
Arnual,  in:  Leben  und  Sterben  in  einem  mittelalterlichen  Kollegiatstift.  Archäologische
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  21  (1995),  S.  338-342,  hier  S.  338:  „Sie  wird  1131  cava  platea  zwischen
Volkerskirchen  [bei  Kirkel]  und  Vogelbach,  1253  strata  regia  inter  oppidum  Lutrae  et
castrum  Narmenstul  und  1281  via  regalis  bei  Saarbrücken  genannt.“

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