turgüter sowohl aus dem französischen als auch deutschen Raum an. Vielleicht ist
es insofern kein Zufall, dass in Lothringen der archäologische Nachweis einer
Töpferei, die dieses „französische“ Geschirr herstellte, ausgerechnet im frankophonen
Metz gelang. Freilich muss dies keinesfalls die einzige Töpferei im Herzogtum
gewesen sein, denn der archäologische Nachweis bleibt, auf eine ganze
Region bezogen, stets äußerst lückenhaft. Über Lothringen in östlicher Richtung
hinaus fand dieses Schankgeschirr jedoch im Allgemeinen keinen Niederschlag in
archäologischen Fundhorizonten, in der unmittelbaren östlichen Nachbarschaft des
Herzogtums in der Grafschaft Saarbrücken wurden in archäologischen Ausgrabungen
bislang recht vereinzelt Überreste von Gefäßen der glasierten, reich verzierten
Irdenware des 13. und 14. Jahrhunderts gefunden, wie sie vor allem aus
Lothringen bekannt sind. Auf Burg Kirkel gelang es erstmals in der Saargegend,
ungefähr zwanzig derartige Gefäße innerhalb des sehr umfangreichen keramischen
Fundkomplexes zu identifizieren. Möglicherweise erklärt sich dieses verhältnismäßig
hohe Aufkommen auf der Reichsfeste Kirkel durch die saarwerdischen Herren
und deren engen Bezug zum Herzogtum Lothringen. Jedenfalls gehörten sowohl
Saarbrücken als auch Saarwerden zum Bistum Metz.
Ein Teil dieses in der Saargegend gefundenen Luxusgeschirrs könnte vielleicht
aus Metz stammen, wo im archäologisch erforschten Töpfereibezirk im heutigen
Stadtteil Pontifffoy36 sehr ähnliche Gefäße ausgegraben wurden. Metz ist jedoch
gewiss nicht der einzige mögliche Ursprungsort für glasierte, reich verzierte Irdenware
in der Saargegend. Ferner gilt es, auch die Grafschaft Namur als Herkunftsregion
einiger Fundobjekte in der Saargegend in Betracht zu ziehen. In Namur
wurde glasiertes Schankgeschirr hergestellt, das sich jedoch in der Glasurfarbe und
anderen Merkmalen vom Geschirr aus Metz unterscheidet. Einzelne Fragmente
von Gefäßen, die möglicherweise aus der Grafschaft Namur importiert worden
waren, tauchten in den archäologischen Befunden des Kreuzgangs in St. Arnual
auf, und auch auf Burg Kirkel gibt es Bruchstücke zweier oder dreier Gefäße, die
man vielleicht dieser Ware zuordnen kann. Es wurden darüber hinaus auf Burg
Kirkel Reste zweier Gefäße geborgen, deren Provenienz aus der Normandie derzeit
nur aufgrund der makroskopisch erkennbaren Beschaffenheit des Scherbens angenommen
werden kann. Um die Vermutungen zur Herkunft der verschiedenen
Gefäße über die rein formalen Vergleiche hinaus zu klären, sind letzten Endes
naturwissenschaftliche Analysen notwendig, wie sie seit Jahren zum Beispiel in
Frankreich an zahlreichen Proben keramischer Funde ergänzend zu den archäologischen
Forschungen durchgeführt werden. Derartige Untersuchungen saarländischen
Fundmaterials sollten künftig neben der formenkundlichen Betrachtung
einen tiefer gehenden Vergleich mit den bereits analysierten Keramikarten in
Frankreich und Belgien ermöglichen.
Um den Stellenwert dieser Ware innerhalb der Gesamtheit der Keramik der
spätmittelalterlichen Siedlungsstellen der Saargegend zu erfassen, bedarf es auf
vorzugte man dagegen nach wie vor den offenen Kamin als Wärmequelle. Die Verbreitung
von Kachelöfen und deren Typen in Lothringen untersuchte Guillaume Huot-Marchand:
La céramique de poêle en Lorraine, au Moyen Âge et au début de l’Époque
Moderne, hg. von Gérard Louis, Esch sur Alzette 2006.
Innerhalb der spätmittelalterlichen Stadtgrenzen im Nordwestteil der Stadt nahe dem
Pont Thiffroy gelegen.
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