liehen Darstellungen von Männergesichtern (Taf. 3.1, 4, S. 303 und Abb. 5, S.
295). An diesen lässt sich ein Detail der Arbeitsweise der Töpfer erkennen: Zur
Herstellung der Verzierungen war die feine helle Tonmasse zunächst in Model
gedrückt worden. Anscheinend noch während sie sich in den Modeln befanden,
waren diese Auflagen an den Gefaßkörper angarniert worden. Über den Gefäßkörper
schlingen sich frei modellierte Blattranken (Taf. 3.2, S. 303). Alle applizierten
Teile sind nicht nur aus heller brennendem Ton hergestellt, sondern auch
mit einer gelben Glasur bestrichen, während die eigentliche Gefäßoberfläche auf
dunkelroter Engobe bräunlich glasiert ist. Die Glasur ist auf der Außenseite satt
und gleichmäßig aufgetragen, auch im Inneren des Gefäßes befinden sich eine
tlächendeckende Engobe sowie partielle Glasurflächen und -flecken. In Metz kam
man aufgrund einer Reihe von Beobachtungen zu dem Schluss, dass die Gefäße
mit einem kombinierten Dekor wie das zuletzt Vorgestellte seltener und älter sind
als diejenigen, die nur mit jeweils einer einzigen Art von Stempelauflagen
geschmückt sind'2.
Gruppe 3 (Taf. 4)
Eine Reihe von fünf Krügen unterscheidet sich von den vorangehenden Gruppen
durch die rötlichbraune Glasur mit dunkelbraunen Sprenkeln (Abb. 7, S. 299). Es
fällt auf, dass diese Gefäße kleiner und teilweise schlanker geformt sind. Der
Scherben unterscheidet sich jedoch grundsätzlich nicht in seiner klüftigen, leicht
blasigen Struktur von demjenigen der Gruppe 1. Seine Magerung weist neben
rundlichen Quarzkörnem bis 0,4 mm Größe auch einen geringen Anteil an
hellbraunen ovalen, bis 1,3 mm großen Körnern mit rauer Oberfläche auf. Der Hals
ist, soweit erhalten, durch eine Kante von der Gefaßschulter abgesetzt. Zwei Krüge
sind durch Beerennuppen (Taf. 4.3, S. 304) beziehungsweise Rädchen (Taf. 4.4,
S. 304 und Abb. 8, S. 299) auf Hals und Körper verziert, die nicht in einem helleren
Material aufgelegt, sondern direkt auf den Gefaßkörper eingestempelt sind.
Glasierte Krüge verschiedener Machart (Taf. 4 und 5)
Außerdem gibt es auf Burg Kirkel noch mindestens fünf weitere Gefäße, die sich
durch mehrere Merkmale von den vorgestellten Gruppen unterscheiden: Zwei
Randscherben (Taf. 4.6, 7, S. 304) stammen von Krügen, deren Scherben stark und
grobkörnig gemagert war und reduzierend gebrannt wurde. Die Außenseiten tragen
eine grünlichgelbe Glasur. Wenn auch gering erhalten, so erinnern diese beiden
Fragmente an die glasierte Andenner Irdenware, die in den spätmittelalterlichen
Siedlungsbefunden von Namur auftritt33. Parallelen haben diese Kirkeler
Scherben auch in einem Fragment aus dem Kreuzgang des ehemaligen Stifts St.
Arnual in Saarbrücken34. Ein weiteres Randstück eines Kruges (Taf. 4.8, S. 304)
trägt zwar ebenfalls eine gelbgrünliche Glasur, jedoch auf einem andersartig gemagerten,
mittelgrau bis hellgrau gebrannten Scherben.
" Ebd. S. 407.
Jean Plumier, Sauvetage de vestiges médiévaux, rue de l’Ange, in: Etudes et Documents
Fouilles 3, Cinq Années d’Archéologie en Province de Namur 1990-1995, Namur 1996,
S. 108-110, hier S. 109, Abbildung einer gelbgrün glasierten Spardose aus dem 14. Jahrhundert.
Bernard, Keramik St. Amual (wie Anm. 1 ), S. 364 Abb. E b, c, S. 380, S. 387 Taf. 8A 2.
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