Gruppe 1 (Tafel 1)
Zunächst sind Krüge zu nennen, die einen schlichten Dekor aus horizontal umlaufenden
Rillen und schmalen Leisten auf der Schulter tragen, gelegentlich auch
flache Kanneluren auf der Schulter oder zum Hals hin besitzen (Taf. 1.2, S. 301
und Abb. 3, S. 297). Die fünf Krüge dieser Gruppe wurden reduzierend grau gebrannt.
Da man gegen Ende der Brenndauer den Eintritt von Frischluft in den Ofen
gewährte, erhielten die Gefaßoberflächen einen rötlichen Anflug durch die mehr
oder weniger kurzfristig eintretende Oxidation des im Scherben enthaltenen Eisens.
Dadurch wurde insbesondere die auf der Außenseite aufgetragene eisenhaltige
Engobe rot gebrannt. Auf der relativ rauen äußeren Gefäßoberfläche sowie teilweise
noch im Inneren des Gefäßhalses befindet sich eine olivgrüne bis gelbbräunliche
Glasur, durch die die Magerung des Scherbens körnig hindurch tritt. Die Glasur ist
unterschiedlich dick aufgetragen und nimmt zum Gefäßboden hin ab. Der klingend
hart gebrannte Scherben ist mittelstark gemagert mit gerundeten farblosen und
weißen Quarzkörnchen bis 0,4 mm Größe, seine Bruchflächen sind klüftig und
leicht blasig und dunkelgrau. Charakteristisch ist das Vorkommen von vereinzelten
plattigen Sandsteinchen bis circa 7 mm Länge und einer Stärke von 2 mm.
Gefäße dieser Form und Beschaffenheit sind aus dem Metzer Töpfereibezirk
Pontiffroy bekannt31, wo sie - ebenso wie auf Burg Kirkel - zwar in verschiedenen
Größen gefunden wurden, jedoch stets relativ groß sind, ln Metz konnten Fassungsvermögen
von circa 1,5-2,5 Liter ermittelt werden und in einem Fall sogar
von circa 4 Liter. Im Unterschied zu den Metzer Funden gibt es, soweit erhalten,
an den Kirkeler Gefäßen keine Böden mit zungenförmig ausgezogenen Standfüßchen,
sondern die Böden sind flach ausgebildet.
Gruppe 2 (Tafeln 2 und 3)
Die nächste Gruppe umfasst vier oder fünf Krüge mit reich appliziertem Dekor und
hat ebenfalls Parallelen in Metz. Der Scherben weist zwar die gleichen Magerungsbestandteile
auf wie derjenige der zuvor genannten Gefäße, ist jedoch gering bis
mittelstark gemagert und im Bruch glatter und weniger blasig als der vorige und
von mittelgrauem Farbton. Am umfangreichsten erhalten ist der Überrest eines
feinwandigen Kruges (Taf. 2.1, S. 302 und Abb. 4, S. 297), der auf Hals und Körper
mit vielen Beerennuppen verziert ist. Sie bestehen aus runden bis ovalen Auflagen
eines heller brennenden Keramikmaterials, die nach der Applikation auf dem
Gefäß gestempelt wurden. Es fanden sich Bruchstücke von mindestens zwei ähnlich
verzierten Krügen (Taf. 2.2, 4, S. 302). Sie wurden zunächst reduzierend gebrannt
mit abschließend oxidierendem Brand. Ihre Außenseiten sind mit Ausnahme
der Applikationen dunkelrot engobiert und schließlich mitsamt den Beerennuppen
glasiert. Eine Wandscherbe (Taf. 2.5, S. 302) eines oxidierend gebrannten Gefäßes
ist mit einer gestempelten Applikation verziert, die ein Kreuz und vier Kreise mit
Punkten zeigt.
Zu dieser Gruppe zählt ein besonders aufwändig verzierter Krug (Taf. 3, S. 303
und Abb. 1, S. 296), von dem ein größeres Bruchstück der Wandung zusammengesetzt
werden konnte. Darauf befinden sich zwei Applikationen mit unterschied¬31
Dautremont, Dufournier, Georges-Leroy und Milutinovic, La production potière
(wie Anm. 10), S. 382 und 384, Taf. 17.1.
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