Full text: Zwischen Herrschaft und Kunst

Territoriale Besitzgrundlage 
Der Rodemacher’sche Besitz“ war zeitweise unter mehrere männliche Familienmitglieder 
aufgeteilt gewesen, unter Gerhards Vater Johann III. (* vor 1408 f 1439) wieder zusam¬ 
mengeführt worden. Er umfasste in den 1440er Jahren die Herrschaft Rodemachern mit 
sieben Meiereien und den von ihr abhängigen kleinen Lehensherrschaften Preisch, Talan- 
ge/Talingen und Ladonchamps.1 Burg und Dorf Rodemachern waren 1430 in einer Fehde 
mit der Stadt Metz niedergebrannt, aber bald wieder aufgebaut worden.2 4 5 Die Burg galt 
seitdem als einer der stärksten Wehrbauten zwischen Metz und Luxemburg." Weiterhin 
gehörten der Familie die kleinen Herrschaften Richemont/Reichersberg, Fontoy/Fentsch, 
Hesperingen, Esch an der Alzette,6 * Kronenburg und Neuerburg sowie Anteile an den 
Ganerbenburgen Esch an der Sauer8 13, Larochette" und Chassepierre1". Aus der um 1400 
angefallenen Grancey’schen Erbschaft stammten Ancerville/Anselville im westlich der 
Maas gelegenen Teil des Herzogtumes Bar und Eclaron/1 aus der Heirat Johanns 111. mit 
der Bolchener Erbtochter Irmgard die Herrschaften Boulay/Bolchen1“ und Useldingen. 
2 Vgl. dazu auch die Angaben bei Weber-Krebs: Markgrafen (wie Anm. 1), S. 260-269. Die Auflistung der 
territorialen und administrativen Zugehörigkeit der Orte im Herzogtum Luxemburg und der Grafschaft 
Chiny, wie sie Paul Wynants in einem Erläuterungsheft zum Atlas Meuse-Moselle gibt (Wynants, Paul: 
Lepays duché de Luxembourg et comté de Chiny vers 1525 ¡Repertoires Meuse-Moselle X], Namur 1983), kann 
nicht unverändert in die letzten Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts zurückprojiziert werden, weil infolge 
von Erbgängen und Konfiskationen Veränderungen eingetreten waren; dennoch ist sie nützlich für eine 
Erstinformation. 
Das Reichsiand E/sass-Jatt bringen, 3. Theil: Ortsbeschreibung,, Strassburg 1901-1903, S. 908; Wynants, Paul: In¬ 
fluence de quelques grandes Maisons en avril 1518 (Répertoires Meuse-Moselle XII), Namur 1985, S. 26. 
4 Chronique de Philippe de Vigneulles. Charles Bruneau (Hg.), Metz 1929, Bd. 2, S. 213f. 
5 Beschreibung bei Atten, Alain: „Rodemack et son Château“, in: Cahiers Lorrains (1979) S. 99; Plan bei At- 
ten, Alain: „Rodemachers letzte Fehde. Hintergründe und Streiflichter einer Burgbelagerung 21.5.- 
8.7.1483“, in: Hémecht. Zeitschrift für Luxemburger Geschichte 38 (1986) S. 7-36. 
6 Keussen, Hermann: Urkundenbuch der Stadt Krefeld und der alten Grafschaft Mors, Krefeld 1938-1940, Bd. III, 
Nr. 4439. 
Gerhard verschrieb seiner Schwester Franziska (Frantyoise) bei ihrer Vermählung mit Graf Wilhelm von 
Virneburg Herrschaft und Burg Kronenburg anstelle von 7000 fl. Heiratsgut (diesbezügliche Mitteilung 
an die Mannen und Burgmannen LHA Koblenz Best. 29 G); vgl. auch Neu, Peter: Geschichte und Struktur 
der Eifelterritorien des Hauses Manderscheid, vornehmlich im 15. und 16. Jahrhundert, Bonn 1972, S. 93ff. 
8 Lehen der Markgrafschaft Arlon (Lehensverzeichnis vom Februar 1480, ediert in: Publications de la Section 
Historique de l’Institut Grand-Ducal de Luxembourg [im Folgenden gekürzt Publ. Lux.] 35 11881 ] S. 126ff.), 
Burgfrieden vom März 1452 zwischen Rodemachern, Simon von Finstingen und Johanna von Sirk (Publ. 
Lux. 29 [18741 S. 100 Nr. 263, 30 [1875] S. 19 Nr. 24 und 25), Flder-Stein, Irmgard / Lenz, Rüdiger / 
Rödel, Volker: Löwenstein-Wertheim-Freudenbergsches Archiv Grafschaft Virneburg, Inventar des Bestandes F US 6 
im Staatsarchiv Wertheim, Urkundenregesten 1222-1791, Stuttgart 2000, Bd. I Nr. 242 und 398, erwähnt auch 
1456 1/11 (Publ Lux. 30 [1875] S. 135 Nr. 178), Vergleich mit Virneburg vom 23.01.1467 (LHA Kob¬ 
lenz Best. 34 [Virneburg]). 
9 Publ Lux. 30 (1875) S. 107 Nr. 128 Urkunde von 06.01.1455. 
10 Belgien, Prov. Luxembourg, 1463 an Ludwig von der Mark verpfändet (Wynants: Influence [wie Anm. 3], 
S. 9). 
: [ Dép. Haute-Marne, Cant. St. Dizier, Atten: „Letzte Fehde“ (wie Anm. 5), S. 7. 
12 Reichsland Elsaß-Lothringen (wie Anm. 3), Bd. 3, S. 118f. 
13 Kuhn, Heinrich / Koltz, Jean Paul: Burgen und Schlösser in Lothringen und Luxemburg. Frankfurt a.M. 1964, 
158
	        

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