Full text: Interferenz-Onomastik

Belege bilden Warnecausus (a. 724 [709?] Borfaniana K. 12. Jh,, CDL 
IV,2/l3);3 Warnefrid (a. 740 Siponto K. 12. Jh., CDL IV,2/15). Die romani¬ 
sche Schreibweise ist sehr selten anzutreffen: einen sicheren Beleg dafür 
bietet der Name Gualdichis (a. 743 Benevent K. 12. Jh., CDL IV,2/21). Die 
sonst fehlende Romanisierung erklärt sich auch im Hinblick auf die besondere 
Quellentypologie: Stil und Sprache der Diplome unterliegen eher als Privat¬ 
urkunden dem Einfluss der Sprach- und Stilmodelle der königlichen 
cancellería, weshalb die eher gepflegte Sprache der Diplome nicht immer die 
ansonsten im jeweiligen Umfeld auftretenden grapho-phonetischen Besonder¬ 
heiten aufweist.38 Die Zahl der (nur kopial überlieferten) Privaturkunden aus 
Benevent ist im Vergleich zu der der herzoglichen Diplome sehr gering.39 
Einschlägige Belege liefern etwa a. 766 Benevent (K. 12. Jh., CDL V/7): hier 
ist der Name Guettulus belegt;411 ansonsten sind Namen anzutreffen, die - 
obgleich aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts überliefert - eine konser¬ 
vative Graphie bewahren, vgl. Vvileramus (a. 784 Benevent K. 1 1 Jh.). Einen 
frühen Beleg aus dem 6. Jahrhundert liefert ein Epitaph aus Castel Lucera 
(Herzogtum Benevent): Die Inschrift überliefert den langobardischen Namen 
Vvinelaupo, der durch anlautendes konservatives <vv> gekennzeichnet ist.41 
In den spät (9. Jh.) überlieferten Namen des Codex diplomaticus Cavensis 
(es wurden hier nur die aus Salerno und Umgebung stammenden, im Original 
erhaltenen Privaturkunden berücksichtigt)4' wird germ. /w/ im Anlaut als 
Namen Uuattulus vergleichen, wenn in diesem Fall keine Verwechselung für 
Uualtulus (a. 772 Lucca, CDL 11/273) vorliegt: Der Name bildet sich wahrschein¬ 
lich aus germ. *wahtu- .Wächter4, bzw. aus germ. *hwat- ,scharf, oder aus germ. 
*wapu- ,Muskel4. 
Vgl. Wamecautium (Ende 6. Jh. HL IV, 13); Uuamesausus (a. 738 Massa Mustiba 
[Chiusi], CDL 1/66); Uuarnicausus (a. 746-747 Chiusi, CDL 1/92; a. 760 Lucca, 
CDL 11/143), Uuamicaus (a. 753 Lucca, CDL 1/108). Das zweite Namenelement 
zeigt hier Durchführung der 2. Lautverschiebung, und zwar der Medienverschie¬ 
bung (anlautendes g- > c-). 
Vgl. dazu Arcamone, 1986, S. 365-377. 
'4 Die beneventanischen chartulae sind in Zielinski, Bd. V des CDL ediert worden; 
zum Teil sind sie von Cuozzo/Martin 1991, S. 115-210, neu ediert worden. Zur er¬ 
staunlich geringen Zahl der überlieferten Privaturkunden im Herzogtum Benevent 
vgl. vor allem Magistrale 2003, S. 507-544. 
40 Der Name ist vielleicht zu Wechtari (663 Vicenza-Friuli, HL V/23) zu stellen, der 
sich aus germ. *wihti- .Kampf und germ. *harja-z ,Heer4 zusammensetzt. 
41 D • M. / HIC REQUIESCIT / VVINELAVPO IN / SOMNO • PACIS, in: Rugo 
1978, Bd. 4, S. 47. 
42 Morlicchio 1985 widmet den im Codex diplomaticus Cavensis überlieferten lango¬ 
bardischen Namen eine eingehende Studie. Vgl. dazu neuerdings Francovich Onesti 
2003, S. 357-381. 
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