Bereits frühzeitig wird erkennbar, dass die für 1935 vorgesehene Abstimmung
der Bevölkerung des Saargebietes ein Votum für die Rückgliederung in das
Deutsche Reich ergeben werde. Die Eigentumsrechte des französischen Staates
an den Saargruben sind daher zeitlich begrenzt. Eine rigorose Ausbeutung der
Gruben findet nicht statt. Sie wäre auch angesichts der eingeschränkten Nach¬
frage gar nicht möglich gewesen. Aber es werden auch keine nachhaltigen
Unterhaltungs-Investitionen getätigt.
1935 werden die französischen Saargruben vom Deutschen Reich zurückgekauft
und in die neu gegründete "Saargruben AG" eingebracht. Sogleich wird die
Förderkapazität vergrößert, da es - auch bedingt durch die kriegsvorbereitende
Ankurbelung der Industrie - keine Absatzschwierigkeiten mehr gibt.
Kriegsbedingte Einschränkungen der Produktion zwischen 1939 und 1945
spielen keine Rolle. 1943 werden - wie im Rekordjahre 1924 - 16 Mio t Kohle
gefördert. Weder sind die Tagesanlagen der Gruben bevorzugte Ziele von
alliierten Luftangriffen, noch wirkt sich die Einberufung der Bergleute zur
Wehrmacht gravierend aus, da in großem Umfang ausländische Arbeitskräfte
eingesetzt werden.
Gegen Kriegsende wird die Kohleförderung nur wenige Tage ganz eingestellt.
Der Saarbergbau kommt wieder unter französische Kontrolle. Die "Régie des
Mines de la Sarre" wird 1954 durch die französisch-saarländische Organisation
"Saarbergwerke" abgelöst, die 1955 mit 63.400 Beschäftigten die absolute
Rekordproduktion von 17,2 Mio t erreicht.
Steinkohlenförderung 1918 bis 1959
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Abb. 4: Steinkohlenförderung an der Saar 1918 bis 1959
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