Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

nicht  im  Protokoll  niedergeschlagen.  Als  Bibliotheksrat  Hör  erklärte,  er  stehe  für
bibliographische  Aufgaben  wegen  des  Aufbaus  der  Universitätsbibliothek  nicht
zur  Verfügung,  hatte  Meyer  gleich  auf  seine  Kontaktaufnahme  mit  Dr.  Dillinger
verwiesen,  und  tatsächlich  gab  es  dann  ja  auch  unter  den  20  Anwesenden  am
5.  März  1952  -  wie  bereits168  angemerkt  -  auch  ein  Nichtmitglied:  Dr.  Wilhelm
Dillinger.  Er  erhielt  den  Auftrag,  sich  um  die  zu  erstellende  Saarländische  Bibliographie
  zu  kümmern  -  zwar  noch  nicht  direkt  am  5.  März  1952,  an  dem  hierfür
zunächst  nur  ein  Unterausschuss  gebildet  wurde,  aber  doch  infolge  seines
damaligen  Vortrags169  dann  unter  dem  28.  Mai  1952.170  Eine  entsprechende
Hauptsitzung  hat  an  diesem  Tag,  obgleich  auch  er  -  wie  der  5.  März  1952  -  ein
Mittwoch  war,  kaum  stattgefunden.  Schloss  doch  das  Protokoll  über  den
5.  März  mit  folgenden  Worten:
"[...]  Die  Sitzung  wurde  um  18.20  Uhr  beendet[,]  und  es  wurde  beschlossen,  die
nächste  Hauptsitzung  [!]  im  November  einzuberufen".171 173  Diese  wurde  dann  zu
jener  eingangs  erwähnten  "konstituierenden  Versammlung  [vom]  6.  November
1952",1  2  einem  Donnerstag.  Auch  die  nächsten  Ordentlichen  Mitgliederversammlungen
  fanden  im  November  statt:  die  zweite  am  13.  und  14.  November
1953,  die  dritte  am  5.  und  6.  November  1954  sowie  die  vierte  am  18.  und
19. November  1955,'  '  alle  übrigens  am  Freitag  und  Samstag.
Neben  der  Tatsache,  dass  auch  in  unserer  Gegenwart  und  nicht  nur  bei
mittelalterlichen  Klöstern  Gründungsvorgänge  als  gestreckte  Prozesse  zu  verstehen
  sind,  fällt  mindestens  viererlei  auf:
1)  Die  staatlich  autorisierte,  ja,  kanalisierte  Mitgliedschaft,
2)  die  autoritative,  wenn  nicht  gar  autoritäre  Kuratoriumsbestellung,
3)  die  fachlich  breite  Streuung  der  Mitglieder,
4)  der  schon  früh  fixierte  Wunsch,  (landes-)geschichtlich  wichtige  Institutionen
  aus  Land  und  Nachbarschaft  für  die  Kommission  zu  gewinnen.

Regierungsamtliche  Mitgliederbestellung  war  bereits  in  der  Verordnung  vom
7.  Juni  1951  vorgesehen.  Gleich  in  §  1  der  beigefügten  Geschäftsordnung  war
zunächst  das  Verfahren  hinsichtlich  der  ersten  Mitglieder,  deren  "Gesamtzahl  [...]
dreißig  nicht  übersteigen"  sollte,  entsprechend  geregelt  worden.  Aber  auch  die
-  wohl  durch  Austritt  oder  Todesfall  notwendige  -  Ergänzung  bedurfte  letztlich

168  Oben  Anm.  139.
169  Niederschrift  über  den  5.3.1952  (wie  oben  Anm.  138),  S.  3ff.
170  Broschüre  (Anm.  1),  S.  34.
171  S.  5  [letzter  Satz  der  Niederschrift],
172  So  alle  Einladungen  und  auch  die  Selbstbezcichnung  in  einer  Resolution  an  den  Ministerpräsidenten
  zum  Ludwigsplatz.  Herrmann  (Anm.  68),  S.  71.
173  So  die  maschinenschriftlichen  Protokolle  in  der  Registratur  der  Kommission,  wie  oben
Anm.  128.

49
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.