Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

"aktivsten  Mitgliedern],  die  durchweg  unserem  erweiterten  Vorstand  angehören
[...:]  die  Rosinen  aus  unserem  Kuchen".  Wegen  Dringlichkeit  der  Angelegenheit
  wird  schriftliche  Reaktion  an  die  Urlaubsanschrift  des  Geschäftsführers
[Lauer]  erbeten,  bis  zu  dann  anstehender  Sitzung  des  erweiterten  Vorstands  und
bis  zur  Mitgliederversammlung,  ja,  bis  zur  "Klärung  der  Angelegenheit  zwischen
der  >Kommission<  und  uns"  aber  anheim  gestellt,  die  Entscheidung  über  die
Annahme  einer  Berufung  in  die  Kommission  zurückzustellen.121
"Aufschub"  war  auch  die  Anweisung,  die  im  Kultusministerium  festgehalten
wurde.  Dort  fixierte  Oberregierungsrat  Groh  unter  dem  13.IX.  1951  jedoch  auch
eine  weitere  Nuance  hinsichtlich  der  Spannungen  mit  dem  Historischen  Verein:
Er  "habe  am  27.VIII.1951  den  Sekretär  des  historischen  [!]  Vereins,  Herrn  R.A.
Dr.  Lauer,  gebeten,  in  der  Frage  der  Abgrenzung  der  Befugnisse  zwischen
historischem  Verein  und  Kommission  [...]  eine  Unterredung  herbeizuführen.
[Dies  habe]  Herr  Dr.  Lauer  [aber]  abgelehnt  mit  dem  Hinweis  darauf,  dass  er
zunächst  die  Mitgliederversammlung  und  den  Vorstand  hören  wolle".  Groh  hielt
fest,  dass  ein  eventueller  Vereinsbeschluss  "gegen  die  Kommission  [...]  von
keiner  Regierungsseite  her  zu  unterstützen"  wäre.  Ohnehin  seien  jedwede  Ministeriumsentscheidungen
  "bis  zum  15.X.  1951  aufzuschieben,  da  die  zuständigen
Herren  sich  im  Urlaub  befinden".122
Inzwischen  jedoch  wurde  Informationsamtsleiter  Hoppe  beim  Ministerpräsidenten
  selbst  vorstellig  und  erreichte  dessen  Anweisung,  die  Abgrenzungsfragen
zwischen  Kommission,  Verein  und  Landesarchiv  in  einer  Besprechung  mit  dem
Kultusministerium  zu  behandeln.  Hier  wird  man  die  Brauen  hochgezogen
haben,  als  man  gleich  zweimal  las,  es  gehe  um  die  "Kommission  für  saarländische
  Geschichts-  und  Volksforschung".12'’
Doch  im  Kultusministerium  war  anderes  zunächst  wichtiger;  bestand  doch  die
Kommission  bislang  nur  auf  dem  Papier!  Anscheinend  erst  im  November  1951
kamen  [angeblich]  neun  Persönlichkeiten  aus  landesgeschichtlicher  Tätigkeit
und  Universität  zusammen  mit  eben  Eugen  Meyer  als  Initiator  an  der  Spitze:  Er
hatte  schon  "wenige  Wochen  nach  seiner  Berufung  zum  Direktor  des  Saarländischen
  Kultusministeriums"  die  Kommissionsgründung  weiterbetrieben.  Er  war
es  auch  gewesen,  der  für  den  Entwurf  jener  Verordnung  gesorgt  hatte,  mit  der  am
7.  Juni  1951  die  "Errichtung  [der]  Kommission  für  saarländische  [!]  Landesgeschichte
  und  Volksforschung"  durch  das  saarländische  Kabinett  beschlossen
worden  war.124

121  Rundbrief  vom  30.8.1951,  als  Abschrift  beim  Vermerk  von  Dr.  Groh  unter  dem  13.9.1951
(LAS  StK  Nr.  3277).
122  Grohs  Vermerk  vom  13.9.1951,  siehe  die  vorige  Anm.
123  Brief  Hoppes  an  das  Kultusministerium  vom  24.9.1951  (Durchschlag  in
LAS  Informationsamt  Nr.  335).
124  Herrmann,  in:  Broschüre  (Anm.  1),  S.  8  bzw.  7  mit  Verweis  aufs  Amtsblatt  des  Saarlandes
  1951,  S.  831-33.

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