Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

Ahb.  5:  "Akkord  im  Dreck",  ca.  1931
Eine  weitere  mediale  Neuerung  der  zwanziger  Jahre  waren  Werks-  und  Mitarbeiterzeitschriften
  in  Großbetrieben,  deren  Existenz  auf  einen  "human-interestapproach"
  der  Herstellung  von  Sozialpartnerschaft  und  Betriebsharmonie  zurückging,
  mit  der  man  auf  anonyme  Sozialbeziehungen  reagieren  und  forcierte
Rationalisierung  argumentativ  begleiten  wollte.* 26  Bei  der  Hanomag,  wo  sich  die
Werkszeitschrift  eher  an  potentielle  Kunden  als  an  die  Belegschaft  richtete,
dominierten  die  Abbildungen  fertiger  Produkte.  Die  abgedruckten  Fotografien
stehen  im  Dienst  betrieblicher  Rationalisierung,  konzentriert  auf  Bewegungsabläufe,
  auf  das  Herausstellen  vorbildlicher  Wachsamkeit.2  Bei  der  AEG,  wo
sich  die  Werkszeitschrift  "Spannung"  (1927-1931)  an  Mitarbeiterinnen  und
Mitarbeiter  und  deren  Familien  wandte  und  wo  sich  eine  deutlich  erweiterte
Palette  der  visuellen  Motive  findet,  rückten  die  publizierten  Fotografien  nun
"den  Menschen  in  den  Vordergrund".28  In  der  Werkszeitschrift  von  Krupp

Uka,  Bildjoumalismus  zwischen  Widerborstigkeit  und  Anpassung,  in:  Die  Gleichschaltung
der  Bilder.  Die  Geschichte  der  Pressefotografie  1930-1936,  hrsg.  von  Diethart  Kerbs,  Walter
Uka  u.  Brigitte  Walz-Richter.  Berlin  1983,  S.  102-120.
26  Matz  (Anm.  1),  S.  36.
27  Liidtke  (Anm.  2),  S.  421,
28  Lange  (Anm.  20),  S.  15.

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