auch ihr ruhiges Selbstbewusstsein, mit der sie den Lohn als zu beanspruchendes
Entgelt für geleistete Mühe entgegennehmen.
Inofflzielle Industriefotografie
Der Hinweis auf gelegentliche Pausenbilder (meist "Schnappschüsse", die aber
aus technischen Gründen bis zu den dreißiger Jahren doch ein gewisses Arrangement
erforderten) zeigt schon, dass neben der offiziellen Industriefotografie
eine wesentlich weniger professionelle Variante existierte, auch gerade in kleineren
und heute fast immer untergegangenen Firmen, die wenig systematisch
geschah, häufig von Halbamateuren verfertigt wurde - und die Historiker deshalb
besonders interessiert, weil sie nicht auf "Fotokunst" fixiert sind. Es handelt
sich um die mehr zufälligen Aufnahmen, deren "Programm" sich aus diversen
Anlässen ergab und letztlich der Ebene der Sozialintegration zuzuordnen
ist. In Zufallsaufnahmen der inoffiziellen, heteronomen Arbeiterfotografie werden
Privates, freie Momente, Ansprüche außerhalb der eigentlichen Arbeit deutlicher
sichtbar. Der im Saarland oft weite, tägliche Weg vom Dorf zur Fabrik oder
Zeche wird in der Gruppe und häufig unter Gesprächen zurückgelegt. Gerade
weil in diesem Feld der Faktor der Intentionen von Auftraggebern schwächer
ausgeprägt ist , weil Aufträge technisch schwächer durchgeführt wurden und die
Belegschaftsmitglieder von vornherein im Mittelpunkt standen (und nicht ihre
Abb. I: Lohnauszahlung 1911
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