Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

Sinne  von  Landesregierung  und  Stadt  Saarbrücken.92  Am  19.  August  1950  fand
die  Gründungsversammlung  des  Historischen  Vereins  statt;  dessen  Ehrenvorsitz
akzeptierte  der  Ministerpräsident  mit  Schreiben  vom  18.  Oktober  1950.9'
Ebenfalls  Dr.  Lauer  war  es,  der  in  seinen  Vereinsfunktionen  im  November  1950
aktenkundig  machte,  er  habe  der  Landesregierung  "vorgeschlagen,  Herrn  Universitätsprofessor
  Dr.  Meyer  den  Vorsitz  des  Historischen  Vereins  wenigstens  für
d[essen]  Anlaufzeit  anzubieten".94  Angeblich  ging  es  um  eine  Stärkung  der
Position  des  wieder  erstandenen  Vereins  gegenüber  "der  losen  Arbeitsgemeinschaft
  für  Landeskunde,  die  von  Herrn  Lehrer  Karl  Schwingel  in  Ottweiler
[angeblich]  krampfhaft  aufrechterhalten  w[u]rd[e.  Hatte  doch]  die  sogenannte
Arbeitsgemeinschaft  für  Landeskunde  in  Ottweiler  viele  eifrige  Heimatforscher
erfassen  können,  denen  es  zu  lange  [ge]dauert  [hatte],  bis  der  Historische  Verein
auf  legalem  Wege"  -  so  Lauer,  als  habe  die  Arbeitsgemeinschaft  illegal  agiert
-  "die  Wiederaufnahme  seiner  Tätigkeit  erkämpft  hatte.  Nach  [deren]  Genehmigung
  durch  das  Hohe  Commissariat"  hätten  alle  "Heimatfreunde"  Lauers  Einladung
  angenommen,  in  den  Verein  einzutreten  -  "mit  Ausnahme  von  Herrn
Schwingel  und  [...]  Bibliothekar  Schmidbauer  von  der  Stadtbücherei".
Mehr  verlautete  von  den  zur  Begründung  für  Meyers  projektierten  Vereinsvorsitz
  angeführten  "erhebliche[n]  Schwierigkeiten"  mit  der  Ottweiler  Arbeitsgemeinschaft
  an  dieser  Stelle  nicht.95  Wohl  aber  kam  sofort  anschließend  Meyers
Kommissionsgründungsplan  zur  Sprache,  und  zwar  nicht  nur  hinsichtlich  der
schon  erwähnten  Mitgliederüberschneidungen  mit  Historischem  Verein  und
Arbeitsgemeinschaft  für  Landeskunde,96  sondern  auch  im  Hinblick  auf  die
geplante  Publikationstätigkeit  samt  "Jahrbuch  der  >Kommission<  von  Herrn
Professor  Meyer":  Auch  hier  wird  von  Zersplitterung  abgeraten,  zumal  dann
auch  "die  Regierung  ihre  Zuschüsse  nicht  zu  zersplittern  braucht,  wenn  alles
über  die  Vierteljahreshefte  der  Vereinszeitschrift  und  zugehörige  "Sonderdrucke"
  [!]  abgewickelt  werde.  Zur  Klärung  all  dieser  Fragen  -  Briefbetreff  ist
"Vorsitz  des  Historischen  Vereins  für  das  Saarland"  -  erbittet  Lauer  Termin  für
"die  beabsichtigte  Besprechung  zwischen"  dem  Ministerpräsidenten,  Professor
Meyer  und  sich.  Von  vereinsrechtlich  gebotener  Vorsitzendenwahl  ist  keine
Rede.

92  Brief  des  Historischen  Vereins  an  das  Kultusministerium  vom  30.8.1951  [1],  S.  2  bzw.  1
(Abschrift  in  LAS  StK  Nr.  3277).
93  Lauer  (Anm.  89),  S.  128f;  Hans-Peter  Buchleitner,  Unsere  Ehrenmitglieder,  in:  Zs.  für
Saarländische  Heimatkunde  1  (1951),  S.  130-135,  hier  S.  130f,  betont  das  positive  Presse-Echo
  von  "Mitte  Oktober  1950",
94  Brief  des  Historischen  Vereins,  unterzeichnet  von  Dr.  Lauer  als  "Geschäftsführer  und
stellv.  [!]  Vorsitzenden",  an  Ministerpräsident  Johannes  Hoffmann  vom  15.11.1950
(LAS  StK  Nr.  2990).
95  Brief  vom  15.11.1950  (a.a.O.),  S.  1  -  übrigens  auch  nicht  bei  Lauer  (Anm.  89)  passim.
96  Oben  vor  Anm.  72.

34
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.