turlandschaftskatasters".10 Ferner lässt sich feststellen, dass Kulturlandschaftsmerkmale
von hoher Eigenartbedeutung grundsätzlich auch von großer Relevanz
für die kulturlandschaftliche Identität sind, da sie in besonderem Maße zur
Unverwechselbarkeit einer Kulturlandschaft beitragen.
Kulturlandschaftliche Identität hebt jedoch nicht nur auf den Aspekt der rezenten
Einzigartigkeit und Unterscheidbarkeit ab. Vielmehr geht es zugleich auch
um zeitliche Konstanz und Kontinuität im Sinne des skizzierten Übereinstimmungsprinzips.
Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit zur systematischen
Erfassung kulturlandschaftlicher Eigenartsveränderungen.11 Ausgehend von den
für die gegenwärtige Eigenart einer Kulturlandschaft konstitutiven Merkmalen
lassen sich Dauer und Grad ihrer jeweiligen Merkmalspersistenz durch Vergleiche
mit früheren Merkmalsausprägungen ermitteln, ln umgekehrter zeitlicher
Ausrichtung der Vergleiche kann dagegen unter anderem bestimmt werden,
welche ehemals bedeutsamen Eigenartsmerkmale in der Zwischenzeit verloren
gegangen sind.12
Erhaltung der kulturlandschaftlichen Identität - Ausgangssituation, Motive
und Zielgruppen
Es ist eine in Fachkreisen zweifelsohne konsensuelle Feststellung, dass die der
Kulturlandschaft immanente Instabilität kein per se zu beklagendes Phänomen
darstellen kann. Seit einigen Jahrzehnten aber lässt sich - in Verbindung mit
einer wachsenden Intensität und Geschwindigkeit kulturlandschaftlicher Veränderungen
- fraglos auch eine Reihe nachteiliger Effekte beobachten. Dazu
gehört insbesondere der Effekt einer zunehmenden regionalen Nivellierung der
Kulturlandschaften.13
10 Vgl. Winfried Schenk, Wir brauchen ein Kulturlandschaftskataster!, in: Rheinisches
Kulturlandschaftskataster. 11. Fachtagung, 25726. Oktober 2001 in Heinsberg, Tagungsbericht,
hrsg. vom Landschaftsverband Rheinland u. Rheinischer Verein für Denkmalpflege
und Landschaftsschutz. Köln 2002 (= Beiträge zur Landesentwicklung; 55), S. 9-15, hier
S. 14.
11 Vgl. Richard Hoisl, Werner Nohl, Sabine Zekorn u. Gerhard Zöllner, Landschaftsästhetik
in der Flurbereinigung. Empirische Grundlagen zum Erlebnis der Agrarlandschaft. München
1987 (= Materialien zur Flurbereinigung, hrsg. vom Bayerischen Staatsministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten; 11), S. 82-84.
12 Vgl. Wagner (Anm. 3), S. 116-118.
13 Zu verschiedensten negativen Folgen des derzeitigen Kulturlandschaftswandels vgl. u.a.
Peter Burggraaff u. Klaus-Dieter Kleefeld, Historische Kulturlandschaft und Kulturlandschaftselemente.
Bonn 1998 (= Angewandte Landschaftsökologie, hrsg. vom Bundesamt für
Naturschutz; 20), S. 173; Fabian Dosch u. Gisela Beckmann, Trends der Landschaftsentwicklung
in der Bundesrepublik Deutschland. Vom Landschaftsverbrauch zur Produktion
von Landschaften?, in: Erhaltung und Entwicklung gewachsener Kulturlandschaften als
Auftrag der Raumordnung, hrsg. vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Bonn
1999 (= Informationen zur Raumentwicklung; 5/6, 1999), S. 291-310; Christian L. Krause,
Visuell-ästhetische Ziele von Naturschutz und Landschaftspflege, in: Landschaftsbildanalyse.
Methodische Grundlagen zur Ermittlung der Qualität des Landschaftsbildes, hrsg.
von Christian L. Krause, Klaus Adam u. Brigitte Schäfer. Bonn-Bad Godesberg 1983
(= Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz; 25), S. 7-51, hier S. 7; Siegfried
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