und Territorialgeschichte [und] ein historisches Ortslexikon". Diese wurden nun
1951 zu den beiden letzten Punkten, und zunächst ist ja auch die Umstellung
der Themen 6 und 7 von 1950 zu den Rängen 2 und 1 im Jahr 1951 am auffälligsten
- wobei bei den Kunstdenkrnälem nur nebenbei die sachgerechte Verbesserung
von ursprünglich "Bestandsaufnahme und Publikation" hin zu
"Fortführung der Inventarisierung" zu notieren ist: Walther Zimmermanns Bände
für Stadt und Landkreis Saarbrücken von 1932 und für die "Kreise Ottweiler
und Saarlouis" von 1934" waren anscheinend wieder stärker ms Bewusstsein
getreten.
Verblüffend die neue Spitzenstellung der projektierten Archivaufgaben der
Kommission! Für einen ehemaligen Staatsarchivdirektor, der sehr wohl mit
regionaler bzw. nicht-staatlicher Archivpflege vertraut war - ausgerechnet dazu
hatte Meyer in Münster publiziert36 -, lag eme derartige Quasi-Zuspitzung vor
anderen Aufgaben emer Historischen Kommission nicht gerade nahe, zumal in
der Denkschrift vom Juni 1950 archivische Aufgaben lediglich wie eine passende
Überleitung zum Anliegen >Schaffung eines echten Staats- oder Landesarchivs<
für das Saarland wirken mochten. Anderseits erscheint ausgeschlossen,
dass Meyer die münsterschen Erfahrungen vergessen oder verdrängt hatte: Als
älteste Archivberatungsstelle Deutschlands war die westfälische 1927 als Organ
der westfälischen Provinzialverwaltung und unter eigenem Leiter ms Leben
getreten. Obgleich auch weiterhin eine Einrichtung der Selbstverwaltung, folgte
1933* in der Person Eugen Meyers eben der dortige Staatsarchivdirektor nach
- im Rückblick als eme gewisse Wiedergutmachung gedeutet; denn an der
Beratungsstellengründung von 1927 war das Staatsarchiv Münster nicht beteiligt
worden. "1936 übernahm [...] Meyer auch die Geschäftsführung im
Verein Vereinigte Westfälische Adelsarchive, so daß Staatsarchiv, Archivberatungsstelle
und Archivverein" durch ein und dieselbe Persönlichkeit koordiniert
wurden, und das blieb auch unter Meyers münsterschem Nachfolger Staatsarchivdirektor
Dr. Johannes Bauermann so. Die drittälteste Archivberatungsstelle,
nämlich in Pommern (gegründet 1931), war seit 1934 ähnlich verfahren,
und 1937 wurde die gemeinsame Führung von Staatsarchiv und Beratungsstelle
allen Provinzen von Regierungsseite empfohlen.85 87 Was Außenstehenden wie
gehorsame Abbildung von Führerideologie der Jahre gerade seit 1933 erscheinen
mag, hatte aus archivkundlich-fachlicher Perspektive guten Sinn - und war
85 Im Nachdruck (Saarbrücken 1976) sind zwei neue Übersichtskarten hinzugekommen.
86 Eugen Meyer, Die Tätigkeit der Archivberatungsstelle der Provinz Westfalen, in: Westfälische
Forschungen 1 (1938), S. 263-268 und 2 (1939), S. 301
87 Franz Herberhold, Das Landesamt für Archivpflege. Bemühungen um die Pflege nichtstaatlichen
Archivgutes in Westfalen, in: Der Archivar 15 (1962), Sp. 71-76, hier Sp. 73.
Der Archivverein war um 1920 "unter Führung des Grafen Landsberg und tatkräftiger
Mitwirkung des Landsberg'schen Archivars Dr. Glasmeier gegründet" worden; Glasmeier
wurde dann auch der erste Leiter der Archivberatungsstelle. Deren rheinisches Pendant
wurde 1929 eingerichtet; ebd., Sp. 71 f und 73.
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