unserem Zusammenhang interessiert besonders der Kommissionsplan, und ihm
hatte Eugen Meyer sich mit folgender Argumentation genähert:
Die Rollen der Historischen Vereine des 19. Jahrhunderts seien heute auf zwei
Ebenen weiterzuführen, nämlich erstens durch heimatpflegerische Großorganisationen
wie Heimatbünde o.ä. und zweitens durch Historische Kommissionen
oder Institute für Landesforschung, wie seit ca. 1880 gebildet.
Für das Land an der Saar habe dies bedeutet, dass dem inzwischen [angeblich]
100-jährigen "Historischen Verein für die Saargegend", der "die Grundlagen für
die landesgeschichtliche Forschung an der mittleren Saar gelegt hat",79 die
"1881 in Köln gegründete [...] >Gesellschaft für rheinische Geschichtskundec"
an die Seite getreten sei, welche "die Funktionen einer >Historischen Kommission<"
wahrgenommen habe.80 [Da diese nicht mehr zuständig sei], müsse "ein im
öffentlichen Aufträge und mit öffentlichen Mitteln arbeitendes und von der
Öffentlichkeit kontrolliertes Institut, eine iKommission für saarländische Landesund
Volksforschung<[,] geschaffen werden," und zwar entweder "als völlige
Neugründung durch die Regierung oder" durch entsprechende Umbildung des
"jetzt wieder in Tätigkeit getretene[n] ¡»Historischen Verem[s] für die Saargegendt"81.
Diese Kommission habe "Forschungen [...] durchzuführen und zu
veröffentlichen" und besonders "die Quellen der Geschichte des Saarlandes in
einer den For[der]ungen82 der Wissenschaft entsprechenden Weise herauszugeben".
Es folgen "Stichworte für Themen, deren Behandlung vordringlich ist:
[1] Saarländische Bibliographie,
[2] Siedlungs- und Bevölkerungsgeschichte, Bauerntum,
[3] Saarländische Wirtschaftsgeschichte,
[4] Urkunden und andere saarländische Quellen des Mittelalters,
[5] Historischer Atlas des Saarlandes,
[6] Bestandsaufnahme und Publikation der Kunstdenkmäler,
[7] Bestandsaufnahme und Publikation der saarländischen Kirchenarchive.83
Die suggestive Übereinstimmung mit der Siebenzahl der Ziele in der Rundfunkrede
vom 23. Juni 195184 täuscht darüber hinweg, dass binnen Jahresfrist
nicht alles gleich geblieben war: Die 1950 an zweiter und dritter Stelle
(mit-)rangierenden Stichwörter "Bauerntum" und "Saarländische Wirtschaftsgeschichte"
wurden 1951 unter die Quellenveröffentlichungen emgereiht, und
an die Stelle von "Bevölkerungsgeschichte" und "Historischer Atlas des Saarlandes"
traten 1951 "kartographische Bearbeitung der saarländischen Siedlungs¬79
Denkschrift (Anm 3), S. 2.
80 Ebd., S. 5.
81 Ebd.
82 Der Text S. 5 hat "Forschungen''.
83 Denkschrift (Anm 3), S. 5f.
84 Oben nach .Anm. 70 - die Übereinstimmung im Tagesdatum ist kein Druckfehler.
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