Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

1)  "Bestandsaufnahme  und  Publikation  der  saarländischen  Gemeinde-  und
Kirchenarchive,
2)  [...]  Fortführung  der  Inventarisierung  der  saarländischen  Bau-  und
Kunstdenkmäler,
3)  eine  saarländische  Bibliographie,
4)  Quellenveröffentlichungen  im  engeren  Sinne,
5)  ein  Saarländisches  Mundartwörterbuch,
6)  [...]  kartographische  Bearbeitung  der  saarländischen  Siedlungs-  und
Territorialgeschichte  [und]
7)  em  historisches  Ortslexikon".  1
Wer  sollte  all  das  leisten?  Schon  1950  hatte  Eugen  Meyer  über  eine  Liste  von
Namen  "der  Herren  [verfügt],  die  er  voraussichtlich  zu  Mitgliedern  seiner  Kommission
  für  Geschichte  und  Landesforschung<  ernennen"  lassen  wollte.  Sie
gehörten  weithin  "der  losen  Arbeitsgemeinschaft  für  Landeskunde  [...]  in  Ottweiler
  an"  und  waren  damals  anscheinend  durchweg  "bereits  Mitglieder  des
Historischen  Vereins"  für  das  Saarland,  wie  dessen  Geschäftsführer  und  Stellvertretender
  Vorsitzender  Dr.  Walter  Lauer  Mitte  November  1950  in  einem  Schreiben
  an  Ministerpräsident  Hoffmann  alarmiert  mitteilte.72  Tatsächlich  hatte  Eugen
Meyer  schon  damals  recht  präzise  Vorstellungen  hinsichtlich  einer  Historischen
Kommission  für  das  Saarland  entwickelt,  zumal  er  in  Münster  Mitglied  der
Historischen  Kommission  für  Westfalen  und  1942  in  Berlin  auch  derjenigen  für
Brandenburg  geworden  war.71 73
Meyer  hatte  nach  dem  Gastsemester  1949/50  gerade  seme  Tätigkeit  als  Ordentlicher
  Professor  für  Geschichte  des  Mittelalters  im  Sommersemester  1950  aufgenommen,
  4  als  er  an  Ministerpräsident  Johannes  Hoffmann  auf  dem  erwähnten
Weg  7  mit  seiner  Denkschrift  "über  die  Organisation  der  saarländischen  Landesund
  Volksforschung"76  herantrat.  Sie  zielte  auf  nichts  Geringeres  als  die  staatliche
  Gründung  emer  Historischen  Kommission  und  die  Schaffung  eines  saarländischen
  Staats-  oder  Landesarchivs:  Letzteres  trotz  oder  wegen  der  Existenz
-  nur  -  der  "Zentralstelle  für  das  Archivwesen  [...]  innerhalb  des  Informationsamtes"
  seit  1948,77 78  die  gerade  in  "Landesarchiv"  umbenannt  worden  war.7:  In

71  Broschüre  (Anm.  1),  S.  11,  vgl.  S.  34.
72  LAS  StK  Nr.  2990.
73  Herrmann  (Anm.  2),  S.  75,  Sp.  2  und  S.  77,  Sp.  1.
74  Ebd.,  S.  76,  Sp.  2
75  Oben  vor  Anm.  3.
76  So  der  oben  in  Anm.  3  bereits  zitierte  Titel  der  siebenseitigen  Denkschrift,  die  unter  dem
23.  Juni  1950  dem  Ministerpräsidenten  durch  das  Informationsamt  zugeleitet  wurde:
LAS  StK  Nr.  672.
77  Vgl.  Wolfgang  Läufer,  50  Jahre  Landesarchiv  Saarbrücken,  in:  Der  Archivar  51  (1998),
Sp.  685ff,  hier  Sp.  685.
78  Ebd.,  Sp.  686,  zu  vgl.  mit  Denkschrift  (Anm.  3  und  76),  S.  7.

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