Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

1.  November  1949  dem  Ruf  auf  die  "Ordentliche  Professur  für  mittelalterliche  Geschichte”60
an  der  neuen  Universität  Saarbrücken,  im  Dienstvertrag  vom  20.11.195461  und  vom  Inhaber
selber  "Lehrstuhl  für  Geschichte  des  Mittelalters"  genannt.62  Die  Entlassung  aus  dem
Lehrkörper  der  Humboldt-Universität,  wie  die  Friedrich-Wilhelms-Universität  zu  Berlin
oder  die  neue  Ost-Berliner  Universität63  inzwischen  genannt  wurde,  erfolgte  übrigens  erst
unter  dem  25.  Mai  1951,64  nachdem  Meyer  seinen  entsprechenden  Antrag  unter  dem
10.  März  1951  gestellt  hatte65  imd  am  15.  April  1951  bereits  Direktor  des  saarländischen
Kultusministeriums  geworden  war:66  Als  Johannes  Hoffmann  dem  Landtag  am  16.  April  1951
sein  2.  Kabinett  vorstellte,  gehörte  ihm  auch  der  anhaltend  parteilose  Professor  Meyer  an,
und  zwar  als  Regierungsdirektor  fiir  Kultus,  LInterricht  und  Volksbildung  unter  Minister
"Erwin  Müller,  der  gleichzeitig  das  Justizressort  innehatte  und  [seinem  Direktor]  im  Kultusbereich
  weitgehend  freie  Hand  Heß",  zumal  jener  auch  weiterhm  zur  Universität  gehörte
und  Lehrveranstaltungen  abhielt.67
Entsprechend  trug  auch  die  eingangs  genannte  Verordnung  vom  7.  Juni  1951
Meyers  Handschrift.  Ihrzufolge  sollte  die  neue  "staatliche  Stelle  [...]  im  Geschäftsbereich
  des  Ministeriums  für  Kultus,  Unterricht  und  Volksbildung  [...]
die  Geschichte,  einschließlich  der  Sozial-  und  Wirtschaftsgeschichte,  sowie  die
Volkskunde  des  Saarlandes  wissenschaftlich  [...]  erforschen  und  insbesondere
die  Quellen  der  Geschichte  des  Landes  und  Volkes  in  einer  den  Forderungen
der  Wissenschaft  entsprechenden  Weise  heraus[...]geben.68  Ausserdem  soll[te]
diese  Stelle  die  pflegerische  Betreuung  des  im  Lande  befindlichen  mchtstaatlichen
  Archivgutes  und  der  sonstigen  schriftlichen  Denkmäler  der  Landesgeschichte
  mit  den  dafür  zu  erteilenden  staatlichen  Vollmachten  übernehmen."69
Da  bereits  Mitte  1951  gegründet,  hatte  es  Mitglieder  auch  schon  vor  dem  Herbst
1952  gegeben,  ja,  sogar  schon  mehrere  Zusammenkünfte,  so  unklar  die  Details
uns  heute  auch  im  Einzelnen  sein  mögen.  Ich  resümiere  chronologisch:  Schon
am  23.  Juni  195170  und  damit  vor  Veröffentlichung  der  Regierungsverordnung
vom  7.VT.  unter  dem  6.VII.  1951  äußerte  sich  Eugen  Meyer  im  Saarländischen
Rundfunk  und  damit  wohl  erstmals  öffentlich  detailliert  über  Ziele;  als  wichtigste
  galten:
60  So  der  Dienstbrief  vom  7.11.1949  für  den  Dienstantritt  am  1.11.1949  (LAS  NL  Meyer
Nr.  28):  übrigens  für  "Johann  Eugen  Meyer",  vgl.  oben  Anm.  7.
61  Ebd.
62  So  im  Vorspann  zu  dessen  Essay  "Konturen  der  Geschichte",  in:  Land  an  der  Saar.  Hamburg
  1957  (=  Merian;  Jg.  10,  H.  5),  S.  12-16,  hier  S.  12.
63  Zur  Problematik  Schneider  (Anm.  59),  S.  211-214  und  228f.
64  Schreiben  des  Universitätsrektors  (LAS  NL  Meyer  Nr.  28).
65  Herrmann  (Anm.  2),  S.  76,  Sp.  2.
66  Besoldungsdienstalterberechnung  vom  12.10.1951  (Anm.  59).
67  Herrmann  (Anm.  2),  S.  77,  Sp.  1.  Datierung:  Das  Saarland.  Memorandum  der  Regierung
des  Saarlandes.  2.,  überarbeitete  Auflage  vom  1.  September  1952  (hektographiert),  S.  11.
68  Amtsblatt  des  Saarlandes  1951,  S.  831-833,  hier  =  Nr.  29  vom  6.7.1951,  S.  831.  Zuverlässiges
  Zitat  bei  Hans-Walter  Herrmann,  Zehn  Jahre  Kommission  für  saarländische
Landesgeschichte  und  Volksforschung,  in:  Saarbrücker  Hefte  16  (1962),  S.  71-76,  hier  S.  71,
unzuverlässige  Broschüre  (Anm.  1),  S.  7.
69  Amtsblatt  1951,  S.  831,  ans  vorige  Zitat  unmittelbar  anschließend.
70  LAS  NL  Meyer  Nr.  29.  Herrmann,  in:  Broschüre  (Anm.  1),  S.  11  legt  SZ  vom  [Mo.,  dem]
2.  Juli  1951  zugrunde.

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