tionen, die von der Forschung bisher weit gehend übersehen wurden, beschäftigten
sich intensiv insbesondere mit den zahlreichen betrieblichen Problemen
des "Ausländereinsatzes".
Das Ruhr- und das Saarrevier waren gemeinsam mit dem Aachener und dem
niedersächsischen Steinkohlenbergbau in einem Bezirksausschuss, dem westdeutschen
Ausschuss für Leistungssteigerung, zusammengefasst. Die Tätigkeit
des westdeutschen Ausschusses und vor allem der ihm nachgeordneten Arbeitskreise
für Leistungssteigerung und Leistungskameradschaften, die auf die Ebene
der einzelnen Bergwerke bzw. Reviere führen, ist innerhalb des Bestands des
Vereins für die bergbaulichen Interessen, einer ansonsten für die Zwangsarbeiterforschung
etwas abgelegenen Stelle, im Bergbau-Archiv Bochum einigermaßen
dicht überliefert. Selbst wenn auch in dieser Überlieferung die Akten zum Ruhrbergbau
weit überwiegen, bietet der Bestand doch einiges Material, das angesichts
der ansonsten ziemlich desolaten Quellensituation die empirische Detailkenntnis
über den Zwangsarbeitereinsatz im Saarbergbau ergänzen dürfte.8
Darüber hinaus gewährt dieser Bestand aber auch Einblick in ein Segment des
Zwangsarbeitereinsatzes, das in der bisherigen Forschung zur Zwangsarbeit in
der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft wenig Beachtung gefunden hat,
nämlich die Probleme des betrieblichen Einsatzes von Zwangsarbeiten!. Mit der
Behandlung dieser Fragen innerhalb der oben genannten Institutionen der
Leistungssteigerung beschäftigt sich der zweite Teil des vorliegenden Beitrages.
Die quantitative Entwicklung der Ausländerbeschäftigung im Ruhr- und
Saarbergbau
Ein Blick auf die Tabelle 1 verdeutlicht die unterschiedliche Entwicklung der
Ausländerbeschäftigung in Ruhr- und Saarbergbau. Bei einer vergleichenden
Betrachtung lassen sich dabei drei Phasen unterscheiden, die sich in der Tabelle
angedeutet finden: eine erste vom Kriegsbeginn bis zum Winter 1941/42, eine
zweite vom Frühjahr oder Sommer 1942 bis zum Spätsommer 1944 und eine
letzte von diesem Zeitpunkt ab bis zum Kriegsende bzw. bis zur Befreiung des
Saarlandes und des Ruhrgebiets.
8 Vgl. zum bisherigen Forschungs- und Kenntnisstand vor allem Hans-Henning Krämer u.
Inge Plettenberg, Feind schafft mit ... Ausländische Arbeitskräfte im Saarland während des
Zweiten Weltkrieges. Ottweiler 1992 sowie Klaus-Michael Mallmann u. Horst Steffens,
Lohn der Mühen. Geschichte der Bergarbeiter an der Saar. München 1989.
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