Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

Legende

1  Georg  Richard  Bluhme  (1830-1875,  geh.  in  Halle  an  der  Saale)  war  vor  der  Übernahme
der  Leitung  der  Saarbrücker  Bergwerksdirektion  schon  auf  zahlreichen  Posten  der
Staat  ichen  Steinkohlengruben  an  der  Saar  tätig.  So  war  Bluhme,  der  eine  Tochter  von
Leopold  Sello  geheiratet  hatte,  u.a.  für  das  Kassenwesen  und  den  Absatz  im  Saarbrücker
Bergamt  verantwortlich.  Außerdem  hatte  er  die  Betriebsleitung  der  Bergfaktorei  von  der
Heydt  und  der  Grube  Gerhard/Prinz  Wilhelm  inne.  Unter  seiner  Leitung  wurde  an  der  Saar
in  Querschlägen  und  Stollen  die  söhlige  Seilforderung  sowie  der  Gebrauch  von  Nitroglyzerin
eingefuhrt  und  die  Wetterführung  verbessert.  Wegen  seiner  politischen  Tätigkeit  bei  den
Neuwahlen  zum  Abgeordnetenhaus  geriet  er  in  Gegensatz  zu  den  Vorgesetzten  Behörden  und
wurde  von  Minister  Itzenplitz  1866  abberufen  und  zum  Oberbergamt  Bonn  versetzt.  Später
vertrat  er  als  nationalliberaler  Abgeordneter  den  Kreis  Saarbrücken  im  Reichstag.  Bluhme
starb  1875  an  einer  Nierenerkrankung.  Fritz  Faus,  Männer  im  Saarbergbau  (I),  in:  Saarbrücker
  Bergmannskalender  (1966),  S.  77-82,  hier  S.  80-81.
2  Theodor  Wagner  (1829-1878,  geb.  in  Bleckendorf  bei  Egeln,  Provinz  Sachsen)  begann
1849  seine  Ausbildung  für  das  Bergfach  und  wurde  1856  zum  Bergreferendar  ernannt.  Nach
mehreren  Stationen  kam  er  als  Bergassessor  1861  zum  Oberbergamt  Bonn,  wo  er  für  die
linksrheinischen  Bergreviere  zuständig  war.  1866  löste  er  Bluhme  als  Vorsitzender  der
Saarbrücker  Bergwerksdirektion  ab.  Nach  seinem  Abschied  von  der  Saar  1869  war  er  noch
in  den  Oberbergämtem  Dortmund  und  Halle  beschäftigt,  bevor  er  1878  früh  verstarb.  Faus,
Männer  im  Saarbergbau  (I),  S.  81-82.
3  Karl  Fritz  Eilert  (1832-1913,  geb.  in  Sangershausen  Provinz  Sachsen)  begann  seine  bergmännische
  Ausbildung  1850  als  Bergbaubeflissener  beim  Oberbergamt  Halle.  Nach  seiner
Bergassessorenprüfung  1858  war  Eilert  erstmals  1862  an  der  Saar  tätig,  wo  er  das  Kassenwesen
  und  den  Kohlenhandel  der  Bergfaktorei  und  der  Kohlwaage  übernahm.  Anschließend
wurde  er  Leiter  der  Grube  von  der  Heydt  bzw.  später  kommissarischer  Direktor  der  Grube
Kronprinz,  Ensdorf.  1865  wurde  Eilert  Berginspektor  und  leitete  die  Grube  Dudweiler.  ln
seiner  ersten  Saarbrücker  Zeit  heiratete  er  die  Tochter  des  Saarbrücker  Tabakfabrikanten
Zix.  Nach  einer  Versetzung  an  das  Oberbergamt  Dortmund  wurde  Eilert  1878  Vorsitzender
der  Saarbrücker  Bergwerksdirektion  und  wechselte  anschließend  1892  an  das  Oberbergamt
Bonn,  das  er  bis  zu  seinem  Ruhestand  1901  leitete.  Fritz  Faus,  Männer  im  Saarbergbau  (II),
in:  Saarbrücker  Bergmannskalender  (1967),  S.  89-93,  hier  S.  90-91;  Bernhard  Mann,  Biographisches
  Handbuch  für  das  preußische  Abgeordnetenhaus  1867-1918.  Düsseldorf  1988,  S.  501-502;
  Walter  Serlo,  Westdeutsche  Berg-  und  Hüttenleute  und  ihre  Familien.  Essen  1938,
S.  235-236.
4  Rudolf  Nasse  (1837-1899,  geb.  in  Marburg)  wurde  1867  Bergassessor  und  arbeitete  vor  der
Übernahme  der  Leitung  der  Bergwerksdirektion  u.a.  in  der  Saargrube  Gerhard,  deren
Leitung  er  1873  übernahm.  Nachdem  er  von  1888  bis  1891  die  Leitung  in  Saarbrücken  inne
gehabt  hatte,  wechselte  er  ins  Berliner  Ministerium.  Faus,  Männer  im  Saarbergbau  (II),
S.  91.
5  Gisbert  Krümmer  (1856-1922,  geb.  im  Kreis  Hamm)  übernahm  erstmals  1890  eine  Aufgabe
an  der  Saar,  als  er  als  Bergwerksdirektor  die  Berginspektion  Sulzbach  leitete.  1899  wechselte
  er  zum  Oberbergamt  Breslau  und  1904  zum  Oberbergamt  Dortmund.  1905  übernahm
Krümmer  den  Vorsitz  in  Saarbrücken,  wo  er  die  Pläne  zur  Errichtung  einer  elektrischen
Zentrale  vorantrieb  und  das  Bergschulwesen  reorganisierte.  Von  dort  ging  er  1907  zum
Oberbergamt  Clausthal,  dessen  Leitung  er  inne  hatte.  1911  wurde  Krümmer  dann  Leiter  des
Oberbergamts  Bonn.  Fritz  Faus,  Männer  im  Saarbergbau  (III),  in:  Saarbrücker  Bergmannskalender
  (1968),  S.  92-95,  hier  S.  93-94.

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