Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

Abb.  4:  Die  Investitionen  der  preußischen  Staatsgruben  1850-1910  in  %  am
Förderwert
beiden  Ursachen  waren  interne  Gründe  in  der  Bergwerksdirektion  Saarbrücken
bzw.  der  gesamten  Bergbauverwaltung  von  Bedeutung.  Von  Berlin  wurden  dem
Saarbrücker  Unternehmen  nach  1900  immer  geringere  Summen  für  die  notwendigen
  Investitionen  zugestanden.  So  sagte  der  oberste  Beamte  der  preußischen
Bergbaubehörden,  der  Oberberghauptmann  von  Velsen  im  Generalbefahrungsbericht
  1902,  dass  für  den  Etat  1903  ein  sehr  hoher  Neubaufond  von  drei
Millionen  Mark  geplant  sei  und  man  hoffe,  dass  der  Finanzminister  sich  dem
nicht  verschließen  möge,59  Zum  Vergleich:  Dieser  Investionssumme  stand  ein

Datenreihen  von  1892  bis  1899  und  der  Angabe  von  Haniel,  dass  seine  Weite  die  Fonds  zu
Neu-  und  Erweiterungsbauten  anteilig  wiedergeben,  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass
Haniels  Datenreihe  auf  den  Angaben  der  Saarbrücker  Behörde  bemht  und  mit  der  Reihe
"Neubauten  und  reservierte  Fonds"  übereinstimmt.  Der  wahre  Anteil  der  Investitionen  im
Verhältnis  zum  Förderwert  dürfte  zwischen  den  beiden  in  der  Abbildung  wiedergegebenen
Reihen  liegen.  Unabhängig  vom  Niveau  der  einzelnen  Kurven  können  sie  aufgrund  der
ihnen  zugrunde  hegenden  einheitlichen  Kriterien  für  die  Analyse  des  Entwicklungsverlaufes
gut  verwendet  werden,  zumal  alle  drei  Datenreihen  den  gleichen  Entwicklungstrend
wiedergeben.  Demnach  ist  der  Anteil  der  Investitionen  am  Förderwert  in  der  zweiten
Jahrhunderthälfte  deutlich  gesunken.  Bewegten  sich  nach  dem  ersten  Indikator  "Utensilien,
Neubauten,  Landerwerb  etc.  sowie  reservierte  Fonds"  Investitionen  von  1850  bis  1869  mit
großen  Schwankungen  zwischen  5,7  und  12,8%,  sanken  sie  in  den  siebziger  Jahren  auf  ein
Niveau  von  6,5  bis  9,5%  ab,  um  nach  1880  bis  1900  ungefähr  auf  sechs  bis  acht  Prozent  des
Förderwertes  abzusinken.  Auch  nach  den  Daten  "Neubauten  imd  reservierte  Fonds"  bzw.
"Haniel"  sanken  die  Investitionen  in  der  zweiten  Jahrhunderthälfte  deutlich  ab,  nämlich  von
4,4%  1850  bzw.  dem  Höchstwert  9,3%  1857  auf  2,3%  1889,  um  dann  1893  wieder  kurzfristig
  auf  4,5%  zu  steigen.  In  den  folgenden  Jahren  stagnierte  der  Investitionsanteil  bis
1900  auf  diesem  Niveau,  um  danach  bis  1909  erneut  auf  2,5  bis  3,5%  leicht  anzusteigen.
59 LAS  564  Nr.  914.

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